Nach Kirmes-Ende wird auf Crange fleißig abgebaut

Viele Schaulustige machten sich bei den Abbauarbeiten ein Bild über den logistische Aufwand und staunten.
Viele Schaulustige machten sich bei den Abbauarbeiten ein Bild über den logistische Aufwand und staunten.
Foto: Ralf Bodemer
  • Beim Abbau der Kirmesgeschäfte muss die Reihenfolge stimmen
  • Arbeiten sind kräftezehrend und dabei sind Kondition und höchste Konzentration erforderlich
  • In der Regel dauert der Abbau für ein großes Fahrgeschäft bis zu drei Tagen

Herne..  Ein riesiges Gewusel herrscht auf dem Kirmesplatz, überall wird geschraubt, Kabel werden eingerollt, Stände demontiert, brummende LKW fahren kreuz und quer, es herrscht regelrechte Katerstimmung auf Crange. Ein Opa schaut sich interessiert mit seinem Enkel das geschäftige Treiben an: „Irgendwie komisch. Gestern war noch alles in vollem Gange und heute herrscht Abbruchstimmung“, meint Jürgen Stais.

Die Abbauarbeiten sind in vollem Gange. Vier Arbeiter stehen abgesichert in den Resten vom „Hangover“ und drehen übergroße Bolzen aus dem Metallgestell. Sie sind konzentriert bei der Sache und lassen sich durch die Schaulustigen nicht aus der Ruhe bringen. Der Zeitplan muss eingehalten werden, Ende der Woche steht Luxemburg auf dem Kirmes-Tourplan. Ein paar Meter weiter wird gerade eine Pause gemacht. Vier Arbeiter sind für den Abbau von „Galle’s Plaza“, einem Spielbetrieb, zuständig. Bulldozer, Royal Banker, Pusher- und Greifautomaten sind schon eingepackt, jetzt müsse noch aufgeräumt werden, erzählen sie. Beim Abbau sei es sehr wichtig, die Reihenfolge einzuhalten und darauf zu achten, dass die Lämpchen alle heil bleiben. Normalerweise sind sie zu dritt, auf Crange kommt jedes Jahr ein zusätzlicher Mitarbeiter dazu und hilft aus.

Zwei Frauen hingegen haben heute weniger zu tun. Natalie Bügler sitzt mit einer Freundin und Hund Bacon vor ihrem Wohnwagen und schaut sich das Treiben an. Die ganze Nacht über hat ihr Mann mit zwei Kollegen für den Abbau des 70er-Jahre Laufgeschäfts „Psychodellic“ gebraucht und fertig sind sie immer noch nicht.

„Der Aufbau dauert zwar länger als der Abbau, aber trotzdem sind die Männer zwei Tage damit beschäftigt. Wir müssen den Zeitplan unbedingt einhalten, die nächste Kirmes ist in Rudolstadt in Thüringen und Freitag geht’s da schon los“, erklärt die 23-jährige. Seit sieben Jahren sind sie auf Crange, dieses Jahr sei es sehr anstrengend gewesen. Die Wohnwagen, welche beim Abbau zum Vorschein kommen, standen früher auf einem separaten Platz an der Dorstener Straße. Dort ist inzwischen eine Flüchtlingsunterkunft entstanden. Und so drängten sich die Wohnwagen dieses Mal zwischen den Fahrgeschäften: „Das war sehr eng und echt hart. Zum Glück haben wir trotzdem gut geschlafen, allerdings auch immer erst nach Mitternacht, wenn es allmählich ruhig wurde und die Betrunkenen weg waren.“

Kräftezehrende Arbeit

Wer den Luxus hat, in Urlaub fahren zu können, macht dies im Anschluss an die Abbauarbeiten. So auch André Biermann, der mit zwei Kollegen sämtliche Zapfanlagen von Coca-Cola abmontiert. „Die Aktion an sich ist zwar nicht so anstrengend, als wenn man ein großes Fahrgeschäft abbaut. Aber ich war die ganze Zeit beruflich im Einsatz auf der Kirmes und musste kontrollieren, ob alles läuft. Das war ganz schön zehrend“, erklärt der 28-jährige Herner. Zur Belohnung geht’s nach Lanzarote und dann freut er sich auf Crange 2017.

 
 

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