Musiker besingen den Mond

„How high the moon“: Unter diesem Motto stand der Jazzabend des Labels „Wunderbar Records“ in der Alten Druckerei. Im Bild: der Pianist Marc Brenken.
„How high the moon“: Unter diesem Motto stand der Jazzabend des Labels „Wunderbar Records“ in der Alten Druckerei. Im Bild: der Pianist Marc Brenken.
Foto: privat
In der Alten Druckerei begeisterten Johanna Schneider und Marc Brenken mit Liedern vom Mond. Auch das fünfte Konzert der Wunderbar-Jazzreihe traf den Nerv des Publikums.

Der Mond mit seinen Facetten kann musikalisch so vielfältig beschrieben werden, dass zwei Musiker eine Zuhörerschaft zwei Stunden lang begeistern können.

Das bewies am Samstagabend das Duo mit der Sängerin Johanna Schneider und dem Pianisten Marc Brenken auf beeindruckende Weise. In der Alten Druckerei fand das mittlerweile fünfte Konzert einer Jazzkonzertreihe des kleinen Bochumer Jazzlabels „Wunderbar Records“ statt und dieses hat sich in kurzer Zeit beim Herner Publikum so etabliert, dass der große Zuschauerandrang für eine viertelstündige Verzögerung sorgte.

Die mehr als 150 Zuhörer sollten die Wartezeit nicht bereuen. Neben swingenden Standards wie „How high the moon“, „I wished on the moon“ oder „Paper Moon“, waren vor allem Stücke mit eigenwilliger Interpretation äußerst reizvoll. Die „Moonlight Serenade“ von Glenn Miller erklang in ungewohnter, rhythmischer Weise oder auch Neil Youngs „Harvest Moon“ wurde zu einer stimmungsvollen Jazzballade. Selbst „Der Mond ist aufgegangen“ fand seinen Platz im Repertoire, ohne fremd zu wirken. Marc Brenken verstand es am Klavier, mal mit sehr rhythmischem Spiel, mal mit klanglicher Experimentierfreude, bei der auch die Saiten des Klavieres bespielt oder die Melodika eingesetzt wurden, den Songs einen individuellen Charakter zu geben. Seine Soli bestachen außerdem durch großen Einfallsreichtum und versierte Technik.

Dennoch blieb sein Spiel dann zurückhaltend, wenn Johanna Schneider ihre Stimme mal sehr weich, mal mit viel Soul gepaart einbrachte. Die junge Sängerin wirkte sehr stimmsicher auch im hier und da vorkommenden Scatgesang. So entstand ein sehr homogenes Klangbild, das die Zuhörer mit großem Applaus würdigten. In den zwei Zugaben fand sogar der „Mond von Wanne-Eickel“ seinen Platz im Programm. Was will man mehr.

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