MRT-Untersuchung verursacht 1500 Euro-Schaden an Hörgeräten einer Hernerin

Nach der Wirbelsäulenuntersuchung in einem MRT-Gerät in Herne funktionierten die Hörgeräte von Helga Piechnik nicht mehr.
Nach der Wirbelsäulenuntersuchung in einem MRT-Gerät in Herne funktionierten die Hörgeräte von Helga Piechnik nicht mehr.
Foto: WAZ FotoPool
Nach Aufnahmen in einem MRT waren die Hörgeräte der Hernerin Helga Piechnik defekt. Nachdem Schadensersatzforderungen zunächst erfolglos verliefen, deutet sich nun ein Kompromiss an: Das Radiologieteam Herne will die Hälfte des Schadens von 1500 Euro tragen, aber ausdrücklich keine Schuld anerkennen.

Herne.. In die Röhre schauen – im Fall von Helga Piechnik trifft diese Metapher im doppelten Sinne zu. Die 75-Jährige ließ sich wegen des Verdachts auf einen Bandscheibenvorfall in einem MRT radiologisch untersuchen, danach waren ihre beiden Hörgeräte defekt. Die Ärzte aus dem Radiologieteam Herne, die für mehrere Krankenhäuser arbeiten, in diesem Fall für das Evangelische, wollen zwar keine Schuld anerkennen, erklärten sich aber kompromissbereit.

Helga Piechnik ließ sich Ende November Aufnahmen von Kopf und Wirbelsäule anfertigen, sie hatte starke Schmerzen im Rückenbereich. Helga Piechniks Sohn Carsten hat einen Brief an die Radiologie Herne verfasst, in dem er den Fall in allen Details schildert: „In der Radiologie fand ein Gespräch mit einer Krankenschwester statt, in dem die Einzelheiten der Untersuchung besprochen wurden. Meine Mutter wurde unter anderem gefragt, ob sie einen Herzschrittmacher trägt, was sie verneinte, sie verwies aber auf ihr Hörgerät“, heißt es in dem Brief. Die Schwester habe zwar darauf hingwiesen, dass man die Hörgeräte vor der Untersuchung besser herausnehmen solle, aber nichts in dieser Richtung unternommen.

Danach sei die Übergabe an eine andere Krankenschwester erfolgt, die es sehr eilig gehabt habe und die Untersuchung in der „Röhre“ zügig einleitete, ohne die Hörgeräte zu berücksichtigen. „Nachher testeten wir die Geräte und stellten fest, dass sie keine Funktion mehr hatten“, berichtet Carsten Piechnik.

Radiologieteam weist Schuld von sich

Fortan versuchte der Sohn, von der Radiologie Herne Schadensersatz zu bekommen. Es habe aber zunächst keinerlei Kontakt- oder Klärungsversuche seitens der Ärzte gegeben. „Mir drängt sich der Verdacht auf, dass man sich im Bewusstsein eigener Versäumnisse darauf verlässt, dass eine 75-jährige, sich im Krankenhaus befindende und unter Schmerzen stehende Patientin eine längerfristige eventuell juristische Klärung gar nicht erst versuchen wird.“

Inzwischen ist aber Bewegung in den Fall gekommen. Wie Dr. Thilo-Andreas Wittkämper erklärte, habe das Radiologieteam einen Kompromissvorschlag unterbreitet und wolle die Hälfte des Schadens tragen. „Wir legen aber Wert darauf, dass die Patientin ein entsprechendes Formular unterschrieben hat und wir damit keine Schuld anerkennen“, sagte Wittkämper.

 
 

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