Magische Stimme aus Indien in der Christuskirche

Die Sängerin Sumitra Das Goswami ist in ihrer Heimat als „Kuckuck von Rajasthan“ bekannt. Am Sonntag sang sie in der Reihe „Klangkosmos Weltmusik“.

Herne..  Schon bevor das „Klangkosmos“-Konzert beginnt, sitzen zwei Musiker im Schneidersitz vor dem Altar in der Wanne-Eickeler Christuskirche und stimmen ihre Instrumente. Doch die Hauptakteurin fehlt noch. Ihre „magische Stimme“ soll die Zuhörer an diesem Abend ins entfernte Indien entführen. Sängerin Sumitra Das Goswami ist in ihrer Heimat als „Kuckuck von Rajasthan“ bekannt. Sie wirkt in sich gekehrt, fast schüchtern, als sie schließlich vors Publikum tritt. Ganz anders, als sie anfängt zu singen.

Die Musik, die an diesem Abend erklingt, wird durchweg getragen von ihrer unglaublich kraftvollen, schier unerschöpflichen Stimme. Jedes der Lieder ist auf dieses ursprünglichste menschliche Ausdrucksmittel fokussiert und somit scheint die Musik unglaublich authentisch. Der Musiker mit seiner Langhalslaute Tambura und das Harmonium, das die Sängerin selbst spielt, bleiben stets unauffällig im Hintergrund. Musiker Papamir am Dholak dagegen spielt sich mit treibenden Rhythmen, die er variiert und fein akzentuiert, in den Vordergrund und liefert sich so eine Art Wettstreit mit Sumitra Das Goswami. Aber immer wieder ist es die Stimme der Sängerin, die leiernd, dramatisch, und dann wieder mit leichtem Vibrato in den Bann zieht.

Bei vielen vorherigen „Klangkosmos“-Konzerten erzählten die Musiker selbst Geschichten aus ihrem Land und brachten den Zuhörern so ihre Musikkultur auch in Worten nahe. Da die indische Gruppe das erste Mal in Europa unterwegs ist und kein Englisch spricht, fallen die Erklärungen an diesem Abend weg. So ist nicht immer klar, was Das Goswami gerade besingt, meist scheinen es aber religiöse Gesänge zu sein, die sich oft wiederholen und rhythmisch verdichten. Ein besonderer Moment, als Lautenspieler Roop Das in einen Duogesang mit Das Goswami verfällt. So mischt sich die „magische Stimme“ mit der irdisch-rauen des Musikers und erzeugt besondere Spannung.

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