Lkw-Fahrer in Herne hat Schulparkplatz entdeckt

Eine Lkw-Zugmaschine sorgt für Ärger, die Stadt will ein Parkverbot prüfen.
Eine Lkw-Zugmaschine sorgt für Ärger, die Stadt will ein Parkverbot prüfen.
Foto: Friedrich Schemberg
Ein Fahrer, der seine Zugmaschine auf einem Pkw-Parkplatz in Herne abstellte und Knöllchen in Kauf nahm, hat nun einen Schulparkplatz entdeckt.

Herne..  Der Lkw-Fahrer, der seine Zugmaschine zuletzt regelmäßig widerrechtlich auf einem Pkw-Parkstreifen auf der Castroper Straße abgestellt hat und dafür Knöllchen in Kauf nahm (die WAZ berichtete), hat einen neuen Abstellplatz gefunden: den Schulparkplatz der Realschule Sodingen. Das bringt WAZ-Leser Friedrich Schemberg auf die Palme, der bereits gegen das Falsch-Parken auf dem Parkstreifen kämpft.

Nun, so berichtet Schemberg, stelle der Fahrer seinen Lkw kurzerhand gegenüber auf dem Schulparkplatz der Realschule Sodingen ab: „Der Lastwagen hat die Seiten gewechselt“, schimpft er und fügt an: „Ein Lkw hat auf dem Schulparkplatz absolut nichts zu suchen.“ Auch wenn Schemberg nicht direkt betroffen sei, so gehe es ihm ums Prinzip. „Außerdem finden am Wochenende Veranstaltungen in der Sporthalle der Schule statt, dabei fehlt dann jeder Parkplatz.“

Auf dem Seitenstreifen auf der Castroper Straße habe die Zugmaschine nicht nur eine Ein- und Ausfahrt uneinsichtig gemacht, sondern auch den Fahrradweg blockiert. Folge: Radfahrer hätten in den Straßenverkehr ausweichen müssen.

Verständnis für Lkw-Fahrer

Für die betroffene Realschule hingegen ist der abgestellte Lkw keine gravierende Sache: „Wir sind eine Ganztagsschule und benutzen die Parkplätze im Bereich der Schule nur etwa zwischen 7 und 16.30 Uhr, und in 99 Prozent aller Fälle steht dort dann kein Lkw“, sagt Uwe Scholle, Schulleiter der Realschule Sodingen. Er meint: „Für uns ist es nicht wirklich störend, wenn am Wochenende oder nachts ein Lkw auf dem Schulparkplatz abgestellt ist.“ Allerdings macht er sich Gedanken über den Zustand der Parkfläche, da der Untergrund, der sonst schnell Schäden bekomme, nur für Pkw zugelassen sei.

Scholle zeigt Verständnis für den Lkw-Fahrer, ebenso wie für den Fahrer eines Wohnmobils, das ebenfalls ab und an auf dem Schulparkplatz parke: „Von ihren Speditionen werden Lkw-Fahrer oft im Regen stehen gelassen und müssen dann sehen, wo sie parken.“ Und: „Ein großes Wohnmobil passt nun einmal nicht in jede Parklücke“, so der Schulleiter.

Die Stadt kündigt auf WAZ-Anfrage an, dass das Gebäudemanagement nun prüfe, auf dem Schulparkplatz – wie auf dem Parkstreifen an der Castroper Straße bereits geschehen – eine Parkerlaubnis nur für Pkw aufzustellen. Bis dahin sei der Lkw berechtigt, dort zu parken.

Schemberg würde das begrüßen. „Ich habe nichts gegen Lkw und weiß, dass sie wichtig sind, etwa bei der Lebensmittelversorgung.“ Aber: Auf dem Schulparkplatz hätten sie nichts zu suchen, stellt er abschließend klar.

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