Liederabend im Herner Lukas-Hospiz

Zum Liederabend hatten die Mitarbeiter des Lukas-Hospiz’ in die Räume an der Jean-Vogel-Straße eingeladen.
Zum Liederabend hatten die Mitarbeiter des Lukas-Hospiz’ in die Räume an der Jean-Vogel-Straße eingeladen.
Foto: WAZ FotoPool
Das große Loch, das Anneli Wallbaum im Garten des Lukas-Hospiz für das Lagerfeuer ausgehoben hat, läuft im Regen langsam voll Wasser. Dennoch sind an den bodentiefen Fenstern des Saals Feuerkörbe aufgestellt. Und auch wenn der Liederabend durch die Wetterbedingungen nach innen verlegt werden musste, kommt bald gemütliche Stimmung auf.

Herne..  Das große Loch, das Anneli Wallbaum im Garten des Lukas-Hospiz für das Lagerfeuer ausgehoben hat, läuft im Regen langsam voll Wasser. Dennoch sind an den bodentiefen Fenstern des Saals Feuerkörbe aufgestellt. Und auch wenn der Liederabend durch die Wetterbedingungen nach innen verlegt werden musste, kommt bald gemütliche Stimmung auf.

Deutsche Volkslieder

„Wir sind immer bemüht, Berührungsängste mit dem Hospiz abzubauen“, erklärt Anneli Wallbaum, „aber auch den Angehörigen wird durch so eine Veranstaltung die Möglichkeit gegeben, wieder ins Haus zu kommen.“ Und damit sind nicht nur die gemeint, die noch Verwandte im Haus haben, oft bleibt die Verbindung länger bestehen. „Es haben schon zwei Verwitwete durch das Trauercafé zusammen- gefunden“, sagt Wallbaum.

Musik verbindet, erreicht Menschen und spendet Wohlsein. Der Gitarrenchor Hochlarmark, der am Samstag deutsche Volkslieder intoniert, bekommt Unterstützung von Ilse von der Beck, Mitarbeiterin des Hospizes, die zweimal wöchentlich Veeh-Harfe mit den Bewohnern spielt. Aber auch Mundharmonika und Blockflöte kommen im Laufe des Abends zum Einsatz. Der leicht abgedunkelte Saal ist voll besetzt, aber im Laufe des Konzerts werden noch weitere Stuhlreihen angebaut. Bewohner des Hospizes folgen der Musik und gesellen sich zu den Gästen, die anfangs zögerlich, dann immer zahlreicher und lauter mitsingen. Lieder wie „Die Gedanken sind frei“, „Wenn die bunten Fahnen wehen“ und „Das Wandern ist des Müllers Lust“ singt der bunt gemischte Chor von den Liederzetteln ab. Kleine Kinder laufen im Eingangsbereich umher, Gruppen von Angehörigen stehen in den Gängen rund um das Atrium und unterhalten sich angeregt. Alkoholfreie Getränke und Eierpunsch stehen für die Gäste bereit und draußen ist eine mobile Imbissbude aufgestellt, an der es Pommes und Currywurst gibt. Beinahe vorweihnachtlich ist die Stimmung im Saal gegenüber der kleinen Kapelle, die nur durch eine einzelne, große Kerze beleuchtet wird.

Welthospiztag am Samstag

„Der deutsche Hospiztag ist eigentlich erst am Montag“, erklärt Anneli Wallbaum, „heute ist der Welthospiztag.“ Doch das Wochenende sei für Veranstaltungen dieser Art immer günstiger. Alle Angehörigen, auch von Verstorbenen, wurden angeschrieben. Viele sind der Einladung mit der ganzen Familie gefolgt. Aber auch einige Nachbarn und Freunde füllen das Hospiz an diesem Abend mit Leben.

Zupfinstrument Ende der 80er Jahre entwickelt

Die Veeh Harfe ist ein Zupf­instrument, das Hermann Veeh Ende der 1980er Jahre für seinen mit Down-Syndrom geborenen Sohn aus der Akkordzither entwickelte. Ein Notenblatt wird direkt unter die Saiten gelegt, die dann den Markierungen entsprechend abgezupft werden. So kann auch ein Laie sofort ganze Musikstücke auf der Harfe spielen.

Weitere Informationen zum Lukas-Hospiz gibt es im Internet auf der Seite www.lukas-hospiz.de

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