Leser nervt Internet-Abzocke

Martin Tochtrop
Etliche Betroffene riefen nach dem Hinweis der HernerRechtsanwältin Gabriele Lücke an. Dubiose Geschäftemacher machen sich durch Tricks die Taschen voll.

Abzocke am Telefon und im Internet sind für zahlreiche Leser ein Thema. Sie meldeten sich auf unseren Aufruf. Wir hatten über die Rechtsanwältin Gabriele Lücke aus Wanne berichtet und einen Betrugsversuch, in dem ein anonymer Anrufer sich als „Windows“-Mitarbeiter ausgab und dubiose Dienstleistungen anbot.

„Genauso ist es mir auch ergangen“, berichtet Hildegard Krebs. „Da war jemand am Telefon, der fragte nach meinem Namen und sprach gebrochenes Englisch, das man kaum verstehen konnte“, berichtet Hildegard Krebs. Die Nummer des Anrufers habe sie notiert, sie habe eine englische Vorwahl.

Ebenfalls mit der Landesvorwahl 44 erhielt zunächst der Vater von Petra Schubert einen Anruf, die 43-Jährige übernahm dann das Gespräch. „Ich bin Englischlehrerin und dachte, ich würde das besser verstehen. Aber ich war irritiert, dass die Aussprache der Anruferin dermaßen schlecht war“, erzählt Petra Schubert. „Sie hatte ganz eindeutig einen asiatischen Akzent.“ Die Frau am anderen Ende der Leitung habe ihr eingeredet, sie habe einen gefährlichen Virus auf dem Computer und ihre Hilfe angeboten. Als die Lehrerin sagte, sie arbeite nicht mit einem Windows-Betriebssystem, sondern mit Apple, habe die Anruferin abrupt aufgelegt. „Ich weiß aber von Freunden aus den USA, die auf den Trick hereingefallen sind, dass diese Betrugsmasche teuer werden kann. Die Betrogenen wurden auf eine Internet-Seite gelockt und dort zu einem Download veranlasst.“ Die Rechnung: 500 Dollar.

Leser Michael Hannemann wurde sogar schon zweimal von einem angeblichen „Windows-Support“ angerufen: „Da ich keine Lust auf das Broken English meines Gegenüber hatte, habe ich schnell wieder aufgelegt“, schreibt er.

Viel Geld wollten Internet-Abzocker auch von Karin Plank sehen. Die 73-Jährige bekam schon sechsmal Mahnungen von einer Anwaltskanzlei, die gleich mit einem Inkasso-Büro drohte. Einmal belief sich die Gesamtsumme der Forderungen auf 212, ein anderes Mal sogar auf sage und schreibe 442 Euro. „Das ärgert mich. Ich habe nichts mit diesen Rechnungen zu tun. Ich bin dem Rat meines Sohnes gefolgt und habe die Mails sofort gelöscht“, sagt die Rentnerin.

125 Euro sollte Friedhelm Heibel blechen, ebenfalls auf Grund einer merkwürdigen Mail. Weil ihm das spanisch vorkam, löschte er die Mail – anschließend auch sicherheitshalber gleich aus seinem Papierkorb. Manfred Becker ärgert sich über die Dreistigkeit, mit der die Internet-Betrüger vorgehen. „Eine Anwaltskanzlei stand auf dem Absender. Sie war angeblich berechtigt, 198 Euro einzufordern. Warum auch immer.“ Der 72-Jährige ging zur Polizei, aufgeklärt wurde der Betrugsversuch aber nie.