Lange Bauzeit auf Schulhof in Herne sorgt für Ärger

Klettern können die die Kinder derzeit nicht auf ihrer neuen Burg, allenfalls auf dem Bauzaun.Foto:Ralph Bodemer
Klettern können die die Kinder derzeit nicht auf ihrer neuen Burg, allenfalls auf dem Bauzaun.Foto:Ralph Bodemer
Foto: WAZ FotoPool
Seit einem Jahr wird auf dem Schulhof der Grundschule Jürgens Hof in Herne eine Ritterburg errichtet, dafür ist ein Teil der Fläche für die Kinder nicht nutzbar. Die Herstellerfirma hat mangelhaft gearbeitet, heißt es in der Stadtverwaltung.

Herne.  Kinder brauchen Platz zum Toben, so viel ist klar. Das wäre auf dem Schulhof an der Grundschule Jürgens Hof auch kein Problem, wenn, ja wenn da nicht eine Baustelle wäre. Ein Jahr nun dauern die Arbeiten auf dem Schulhof schon an und sorgen für reichlich Unmut bei Lehrern, bei Eltern – und natürlich bei den künftigen Nutzern, den Kindern. „Fast zwei Drittel des Geländes sind nicht nutzbar“, klagt Jörg Fromm, Vater eines Grundschulkindes. „Das ist doch auf Dauer kein Zustand“, sagt er mit Blick auf die Absperrgitter. Und: „Seit elf Monaten werden wir schon vertröstet.“

Warten seit Ostern

Gebaut wird eine Ritterburg aus Holz, die zum Spielen, Klettern und Rutschen einladen soll. Jedenfalls dann, wenn sie fertig gestellt ist. Bis dahin bleibt den Jungen und Mädchen allein der Blick durch den Bauzaun auf das Spielgerät. „Ich würde da endlich mal gerne drauf“, so Lukas (8), und sein Freund Germaine nickt zustimmend.

„Eigentlich sollte die Ritterburg Ostern längst fertig sein,“ sagt Sportlehrerin Anja Becker. Doch das sei längst nicht das einzige Problem, das sich aus der Baustelle ergibt. „Aufgrund des Platzmangels müssen die Kinder versetzt in die Hofpause gehen“, so Anja Becker. Will heißen: Erst gehen die Klassen eins und zwei, 15 Minuten später die Dritt- und Viertklässler. Auch die Nestschaukeln seien mit Absperrband gesichert und nicht nutzbar. Zu gefährlich wäre das Hin- und Herschaukeln auf dem viel zu kleinen Areal. Zu klein jedenfalls für immerhin 200 Schüler. Hinzu komme, dass der abgesperrte Teil sonst für Basketballspiele, Inlineskates und Fahrradprüfungen genutzt werde. „Auch das ist seit einem Jahr nicht möglich“, bemängelt auch Lehrerin Brigitte Wiehagen. „Es ist nicht zu verstehen, warum das alles hier so lange dauert.“

Bedauerlich vor allem auch deshalb, weil die Schule sich gerne im neuen Glanz präsentieren würde: Im November 2013 wurden die Regenbogen- und die Grundschule an der Langforthstraße zusammengelegt. „Da sollte schon alles fertig sein“, so die Erzieherinnen.

Nach Auskunft von Stadtsprecher Horst Martens hat die Herstellerfirma mangelhaft gearbeitet. In der „großen, komplexen Anlage“ seien Sicherheitsmängel festgestellt worden, der Hersteller habe sie noch immer nicht beseitigt und dabei auch Fristen verstreichen lassen. Martens hofft, dass die Anlage nun nach den Herbstferien geöffnet werden kann.

 
 

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