KulturKanal wird „Erlebnispassage“

Ute Eickenbusch
Für die Stadt Herne übergibt  OB Horst Schiereck (4.v.l.) das Steuerrad und die Projektleitung an die RVR-Direktorin Karola Geiß-Netthöfel (vorne Mitte). Um sie herum Vertreter der Kommunen und Partner.
Für die Stadt Herne übergibt OB Horst Schiereck (4.v.l.) das Steuerrad und die Projektleitung an die RVR-Direktorin Karola Geiß-Netthöfel (vorne Mitte). Um sie herum Vertreter der Kommunen und Partner.
Foto: WAZ FotoPool
Die zehn Anrainerstädte wollen eine touristische Route entwickeln. Im nächsten Jahr wird der 100. Geburtstag der Wasserstraße groß gefeiert.

Herne.  Ein Schifffahrtsweg ist der Rhein-Herne-Kanal seit 99 Jahren, und genauso lange suchen Städter Entspannung an seinen Ufern. Zum KulturKanal wurde die Wasserstraße erst 2010. Unvergessen sind Kulturhauptstadtprojekte wie der „Day of Song“, die FilmSchauPlätze und die Kulturschiffe zwischen Dattelner Meer und Duisburger Innenhafen. Die zehn Anrainer-Kommunen haben jetzt ein „Bekenntnis zum KulturKanal“ abgelegt und erklärt, dass sie dessen „Erhaltung und Weiterentwicklung kooperativ unterstützen und forcieren“ wollen. Gleichzeitig übergab Hernes Oberbürgermeister Horst Schiereck symbolisch ein Steuerrad an Karola Geiß-Netthöfel, die Direktorin des Regionalverbandes Ruhr (RVR).

Kanal-Stillleben in Planung

Dass jetzt der RVR die Weiterentwicklung zur „touristischen Erlebnispassage“ steuere, sei sinnvoll, sagte Karola Geiß-Netthöfel. Schließlich ziehe sich der Kanal durch den Emscher Landschaftspark, für dessen Pflege und Ausbau der Regionalverband ebenfalls verantwortlich ist. „Wir Anrainer hegen gewisse Erwartungen und Hoffnungen, wenn wir die Verantwortung an den RVR übergeben“, kündigte OB Schiereck an. Hernes Kulturhauptstadtbeauftragte Regina Stieler-Hinz hatte die Entwicklung des KulturKanals maßgeblich mit vorangetrieben, seitdem hatte Herne die Projektleitung.

Während in diesem Jahr der KulturKanal vor allem von Kulturschiffen befahren wird und hier und da Feste und Veranstaltungen laufen, geht es im nächsten Jahr wieder „volle Kraft voraus“. Dann wird der Rhein-Herne-Kanal 100 Jahre alt, und das soll groß gefeiert werden, wie Karola Geiß-Netthöfel verriet. Die ersten Planungen laufen. Für eine große Schiffsparade im April z.B. und ein „Kanal-Stillleben“ Ende August. Nach Vorbild der Kulturhauptstadtaktion „Still-Leben Ruhrschnellweg“, bei der die A40 gesperrt wurde, soll der Schiffsverkehr an diesem Tag ruhen, damit der Kanal auf seiner vollen Länge von 70 Kilometern bespielt werden kann. Außerdem angedacht: ein „Day of Song“ im September, Kulturschiffe, Filmschauplätze, Erzählcafés und Ausstellungen. „Da müssen wir noch ein bisschen die Bundesregierung einbeziehen“, spielt die RVR-Direktorin auf noch fehlende Mittel für den Geburtstag an.

Den Umbau des Kulturkanals zu einer touristischen Route bezuschusst das NRW-Wirtschaftsministerium mit 480 000 Euro, je 60 000 Euro übernehmen der RVR und die Anrainerstädte. In den nächsten beiden Jahren sollen u.a. Entdeckungstouren mit Künstlern entwickelt werden, in Zusammenarbeit mit Hoteliers und Gastronomen.

Zwei Kulturschiffe verkehren während der Cranger Kirmes.

Helmut Sanftenschneider und seine „NachtSchnittchen“ gehen am Samstag, 3. August, um 19.15 Uhr an der Künstlerzeche Unser Fritz und um 20 Uhr am Kirmesplatz (Schleuse) aufs Wasser (bis 22.30 bzw. 23 Uhr). Geladen hat das Schiff zwei Comedians von Format, Markus Krebs und Volker Diefes.

Poetry Slam mit Torsten Sträter ist am 8. August angesagt. Der Poetry-Kapitän und seine Crew kreuzen ebenfalls ab 19.15/20 Uhr über den Kanal. Mit an Bord: DJ Bobby und DJ Pille (VVK 5/4 Euro, AK 7/5 Euro)

Karten gibt es bei Stadtmarketing und in den Bürgerlokalen.