Kultur in drei Sprachen

„Hömma“ in der Realschule Crange: Die junge Truppe aus dem Pottporus-Haus riss ihr Publikum mit. Foto: Ute Gabriel / WAZ FotoPool
„Hömma“ in der Realschule Crange: Die junge Truppe aus dem Pottporus-Haus riss ihr Publikum mit. Foto: Ute Gabriel / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool

Herne.. Jugendliche aus Konin, Wakefield und Herne haben zum Abschluss von „Wave to Community“ gezeigt, dass Kreativität keine Grenzen kennt.

Zwei Partnerstädte „Wer auch nur eine der Veranstaltungen verpasst hat, der hat wirklich etwas verpasst!“, sagt Wilfried Papenbrock von der Jugendförderung der Stadt Herne. In Gänze hat er die „Wave to Community“-Produktionen von Hernes Partnerstädten Konin (Polen) und Wakefield (England) am Freitag und sowie die Aufführung des Herner Jugend-Tanztheaters „Pottporus“ am Samstag zum ersten Mal gesehen – und ist begeistert und überwältigt.

Auf über ein Jahr war das Ruhr 2010-Projekt „Wave to Community“, das im Rahmen des „Twins 2010“-Projekts stattfand, angelegt. Mit dem einwöchigen internationalen Abschlusscamp mit 30 Jugendlichen aus Konin, Wakefield und Herne ist es nun zum Abschluss gekommen. Höhepunkt des Jugendcamps war das zweitägige Bühnenprogramm am Wochenende. Die Jugendlichen präsentierten ihre Arbeiten in der Aula der Realschule Crange. Heraus kamen zwei wundervolle dreisprachige Abende mit einem Mix aus Tanz, Theater, Gesang und Spiel.

Engländer bewiesen
Vielseitigkeit

Das Programm am Freitag begann mit einer gemeinsamen Tanzaufführung aller Jungendlichen. Anschließend präsentierten die Wakefielder ihre dreiteilige Produktion „Impact“. Die Engländer bewiesen Vielseitigkeit: Lässige HipHop-Schritte gespickt mit geschmeidigen Bauchtanz-Elementen, ein selbst aufgenommener Rap-Song und eine Choreografie, bei der die Tänzer sich mit weißen, ausdruckslosen Masken zu bedrohlichen Klängen im Stroboskoplicht bewegten, wechselten sich ab.

Das Koniner Programm mit dem Titel „Lotnisko – Flughafen“ erinnerte fast an ein Musical. Ein Junge schreibt eine Geschichte. Wie wäre es, mit dem Flugzeug von Konin nach Herne zu fliegen? Welchen Figuren und welchen Emotionen kann man begegnen? Von zwei kleinen Kobolden – seiner Inspiration – erhält er Ideen. Die Koniner überzeugten ihr jubelndes Publikum mit einer Kombination aus Tanz, Schauspiel, Witz – und vor allem mit Stimmgewalt.

Am Samstag wurde es schließlich für die jungen Künstler aus Herne ernst. Die Jugendlichen kombinierten Tanz und Theater mit Videoinstallationen zu einem raumgreifenden Stück. Sie gaben sich lässig, ernst, nachdenklich, verträumt, schüchtern, verspielt, sexy. Ihre Bühne war nicht nur die Bühne der Aula, sondern eine große Leinwand an der Bühnenrückseite, der Zuschauerraum, die Garderobe im Keller, die Empore in der Aula, die Straße.

Die Jugendlichen setzen sich mit sich und ihrer Heimatstadt auseinander. Sie geben viel von sich preis: Was bedeutet Herne für mich? Wo befindet sich mein Lieblingsort? Welche Momente in meinem Leben haben mich besonders geprägt? Als Zuschauer beginnt man, sich mit den jungen Künstlern auf der Bühne zu identifizieren. Sie bringen das Publikum zum Nachdenken, Lachen, Staunen – ja, sie reißen es mit.

Zekai Fenerci stolz auf
die Jugendlichen

Zekai Fenerci, Vorsitzender des Pottporus-Vereins, ist stolz auf das, was die Herner Jugendlichen mit „Hömma“ hinbekommen haben. Die Ziele, die er sich für das „Wave to Community“-Projekt vorgenommen hat, hat er erreicht. „Zum einen wollten wir die Jugendlichen bei der Stange halten. Zum anderen wollten wir, dass sie nicht nur eine Show auf die Bühne bringen, sondern ein Stück. Wir wollten hinkriegen, dass sie sich als Künstler fühlen“, fasst er zusammen.

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