Künstlerzeche erinnert an den Wanne-Eickeler Heinrich Wurm

Malen Wurm, Tochter von Heinrich Wurm, mit Werken ihres Vaters.
Malen Wurm, Tochter von Heinrich Wurm, mit Werken ihres Vaters.
Foto: WAZ FotoPool
Mit der Ausstellung „Landschaften“ präsentiert die Künstlerzeche Unser Fritz eine Auswahl an Malerei und Zeichnungen des 1984 verstorbenen Heinrich Wurm. Landschaft und Architektur waren seine Themen, auch dem Stillleben wandte sich der Künstler zu. Die Ausstellung ist bis zum 2. März zu sehen.

Herne..  Mit der Ausstellung „Landschaften“ erinnert die Künstlerzeche Unser Fritz an den 1984 verstorbenen Wanne-Eickeler Künstler Heinrich Wurm. Zu sehen ist eine kleine Auswahl an Malerei und Zeichnungen. Die ersten Zeichnungen stammen aus den 1940er Jahren und sind während Wurms Kriegsgefangenschaft in Russland entstanden. „Zeichnen war für ihn damals so etwas wie eine Art Überlebensstrategie“, erzählt Malen Wurm, Tochter des Künstlers. Schon diese frühen Blätter zeigen die Sicherheit, mit der er Landschaft und Architektur mit wenigen Strichen einfängt.

Auseinandersetzung mit der Antike

Viele seiner späteren Landschaftsbilder entstehen in der Auseinandersetzung mit den antiken Kulturen des Mittelmeerraums, die er immer wieder auf zahlreichen Reisen besucht. Da finden sich Bilder der Ruinen von griechischen Tempeln, aber auch Vasen mit typischen Ornamenten. Andere Bilder zeigen italienischen Kirchen mit ausladenden Kuppeln und Türmen oder kleine französische Dörfer, die sich malerisch in die Landschaft einschmiegen. Da tauchen antike Äxte oder auch die stilisierten Doppelhörner der minoischen Bronzekultur als bildfüllende Motive auf oder werden mit griechischen Inschriften kommentiert.

Heinrich Wurm versteht es, seine mit flüchtigen Skizzen vor Ort festgehaltenen Eindrücke im Wanne-Eickeler Atelier in Ölbilder umzusetzen. Da wird die Farbe mal mit dem Spachtel grob aufgetragen und Pinselspuren bleiben bewusst stehen. In anderen Bildern verarbeitet er Sand, der die Farbe reliefartig erhöht. Die dargestellten Formen bleiben aber immer erkennbar. Da werden die Häuser der Dörfer zwar auf grobe kubische Formen reduziert, aber Wurm gibt die Gegenständlichkeit nie auf. Seine Bilder bleiben am Motiv und durch das besondere helle Licht des Mittelmeerraumes geprägt.

Stillleben aus den 70ern

Eine Reihe Stillleben aus den 1970er Jahren ergänzen die Landschaftsbilder. Hier zeigt sich Heinrich Wurm experimentierfreudiger. In ihnen reduziert er Krüge und Gläser auf wenige grobe Flächen und starke Linien. In die sehr pastos aufgetragene Malerei werden Reste von grober Leinwand collagiert, die dann wieder übermalt wird.

Heinrich Wurm bleibt Zeit seines Lebens ein Maler, der sich an der klassischen Moderne orientiert. Die Ausstellung macht das deutlich. Sie schafft einzelne Gruppen an Arbeiten, die sich wunderbar ergänzen. Sie zeigt vor allem auch das Zusammenspiel von skizzenhaften Zeichnungen und kompositorisch sicherer Malerei.

Die Ausstellung „Heinrich Wurm – Landschaften“ wird am Samstag um 17 Uhr in der Künstlerzeche Unser Fritz 2/3 eröffnet.

Zur Einführung spricht der ehemalige Herner Museumsdirektor Alexander von Knorre.

Zu sehen sind die Werke noch bis zum 2. März (Mi und Sa 15-18, So 14-17 Uhr).

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