Krimitote in der Trauerhalle

Edda Minck las in der Trauerhalle von Hippe aus ihrem Buch „Totgequatscht“.
Edda Minck las in der Trauerhalle von Hippe aus ihrem Buch „Totgequatscht“.
Foto: Gero Helm / WAZ FotoPool
Die Bochumer Autorin Edda Minck las aus „Totgequatscht“ bei Hippe an der Straßburger Straße.130 Gäste hörten zu und spendeten für den guten Zweck. Der Firmenchef will die Reihe fortsetzen.

Herne..  „Ich muss herauskriegen, wie Sachen laufen. Nicht auf Google und nicht auf Wikipedia“. Edda Minck steht in der Pause ihrer Lesung im Hinterzimmer des Beerdigungsunternehmens Hippe in Herne und raucht. Sie erklärt, wie sie für ihr neues Buch „Totgequatscht . Maggie Abendroth und der Teppich des Todes“ recherchiert hat. „Ich habe einige Zeit an der Kundenhotline eines Shoppingsenders gearbeitet.“ Das gleiche macht ihre Heldin Maggie Abendroth in ihrem fünften und letzten Abenteuer auch. „Es ist der letzte Fall von Maggie“, sagt sie später auch in der Trauerhalle. Die Zuschauer quittieren das mit einem lang gezogenen „Schaaaade.“

Schreiben als Dauerlauf

Die Bochumer Autorin hat es sich nicht leicht gemacht, sich von ihrer Heldin zu trennen. „Man soll aber Schluss machen, wenn es am schönsten ist.“ Das hat sie dann auch getan. „Es läuft solange gut, wenn der Autor das Buch schreibt, aber wenn das Buch den Autor schreibt, dann wird es kritisch.“ Minck vergleicht das Schreiben der Abendroth-Romane mit einem Dauerlauf. „Die Bücher sind so schnell in ihren Geschichten und so dialoglastig, dass ich mir nach den drei Monaten Schreibarbeit vorkomme, als wäre ich drei Monate am Stück gerannt.“ Ein Maggie Abendroth-Roman ist aber nicht in ein paar Monaten erledigt. „Inklusive Recherche und Lektorat dauert es ein Jahr, bis alles fertig ist.“

Frauen identifizieren sich mit Maggie

Die Lesung in Herne findet vor 130 Besuchern statt. 95 Prozent davon sind Frauen. Der ein oder andere Ehemann musste mitkommen. Minck erklärt den Frauenüberschuss so: „Ich glaube, das liegt daran, dass die Frauen sich in Maggie wiedererkennen. Sie ist nörgelig und kratzig. Viele finden das gut.“ Sie stellt aber auch gleich klar: „Ich bin nicht Maggie. Sie hat zwar ein paar autobiografische Züge, aber nein. Ich bin nicht wie Maggie.“

Die Lesung ist ein großer Erfolg. Besonders, als Minck eine Szene vorträgt, die einen Leichenfund auf dem Friedhof schildert, geht es hoch her. „Sie haben eine Leiche gefunden. - Na und, das ist doch nichts besonderes auf einem Friedhof.“ Die Zuschauer lachen und auch die anwesenden Bestatter können sich ein Lächeln nicht verkneifen.

Falk Springer ist Chef des Beerdigungsunternehmens Hippe. „Ich fand die Idee einer Lesung für den guten Zweck hier bei uns von Anfang an gut.“ Also hat er seine Zustimmung gegeben. Die 600 Euro, die am Freitag gesammelt wurden, gehen an die Palliativstation des evangelischen Krankenhauses und an das Lukas Hospiz. Für Minck war es die 20. oder 30. Lesung in einem Beerdigungsunternehmen. „Ich habe irgendwann aufgehört, zu zählen.“

Auch wenn Maggie Abendroth ihr letztes Abenteuer erlebt hat - es wird weiter gemordet. Schon am 1. November kommt der nächste Krimi von Edda Minck auf den Markt. Er heißt „Suppenmord - Kommissar Hölderling kocht“, erscheint im Rowohlt Verlag und kostet 8,99 Euro.

 
 

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