Kopf-an-Kopf-Rennen mit Piratentuch

Unter dem Beifall der Zuschauer legten sich die Ruderer auf dem Rhein-Herne-Kanal mächtig ins Zeug.
Unter dem Beifall der Zuschauer legten sich die Ruderer auf dem Rhein-Herne-Kanal mächtig ins Zeug.
Foto: Haenisch / waz fotopool
Beim 8. Herner Rudertag des Ruderverein Emscher auf dem Rhein-Herne-Kanal kämpften 43 Boote um den Wanderpokal. Manche Teams versuchten ihre Gegner schon vor dem Start einzuschüchtern.

Herne.  Mit kräftigen Schlägen rudert das Boot der Bahn zwei den Rhein-Herne Kanal entlang. Zügig kommt es dem Ziel näher. Die drei Konkurrenten hat es scheinbar mühelos abgehängt. Doch dann ein kleiner Fehler und die ganze Gruppe kommt aus dem Takt. Nach und nach zieht ein Verfolger nach dem anderem an den ehemals Führenden vorbei. Sie sind ausgeschieden.

Beim Rudern kann sich das Blatt schnell wenden. Das wird den Ruderern der 43 Boote beim achten Herner Rudertag am Samstag spätestens im Wasser auch klar. Firmen und Institutionen aus Herne und Umgebung konnten sich in bis zu vier Trainingseinheiten auf den Wettkampf vorbereiten. In zwei Leistungsklassen traten jeweils vier bis sechs Boote gegeneinander an. Zum Schluss ruderten die Sieger der um den Wanderpokal.

Letzte Chance im Hoffnungslauf

Thomas Lipkal muss sich ausruhen. Sein Team der Wohnungsgenossenschaft Selbsthilfe Wanne-Eickel hat im Vorlauf den zweiten Platz gemacht. „Wir sind im Halbfinale“, sagt der Ruderer. „Ich bin schon zum dritten Mal dabei und es macht echt viel Spaß!“ Im vergangenen Jahr sei das Team schon im so genannten Hoffnungslauf ausgeschieden. Der ist für die Verlierer der Vorläufe die letzte Chance aufs Halbfinale. „Da sind wir dieses Jahr schon besser weggekommen“ sagt der 55-Jährige stolz. Das finden auch die zahlreichen Zuschauer, die ihre Teams lautstark unterstützen.

Ein gemeinsames Outfit gehört für die Ruderteams selbstverständlich dazu. Doch nur wenige Teams haben sich dabei so viel Mühe gegeben, wie die Auszubildenden der Abfallentsorgungsgesellschaft Ruhrgebiet (AGR). Mit aufgemalter Augenklappe, Narbe auf der Wange und dem Piratenkopftuch wollen sie ihren Gegner schon vor dem eigentlichen Rennen Angst machen.

Der Chef sitzt mit im Boot

Schließlich hat das Team auch nur zwei Mal trainiert. Auszubildende Jacqueline Gevers lobt freut sich über den Rudertag. „Wir haben viel Spaß zusammen. Natürlich sind solche Aktionen auch gut für den Zusammenhalt im Team“, sagt die 19-Jähige. „Große Hoffnungen auf den Sieg machen wir uns aber nicht“, meint Kollegin Carolin Heckmann. Auch Ausbildungsleiter Michael Burger sitzt heute mit im Boot. Aber seine Auszubildenden sind sich einig: Chef ist er heute ganz sicher nicht!

Neben den 22 Rennen auf der 300 Meter langen Strecke, gab es noch eine offizielle Bootstaufe (s. Box). Nach der Siegerehrung wurde zur Sattelplatzfete eingeladen. Veranstalter Hans-Joachim Siering war zufrieden: „Es sind wieder viele Zuschauer gekommen, das Wetter ist sogar ganz gut – was will man mehr?“ Die Piraten-Azubis der AGR haben inzwischen ihren Vorlauf hinter sich gebracht. Es geht in den Hoffnungslauf. Für den direkten Einzug ins Halbfinale hat es nicht gereicht. Der guten Laune tut das aber keinen Abbruch. „Wir sind hoch motiviert“, sagt Lena Ridderbusch lachend. „Jetzt geben wir noch mal alles!“

 
 

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