Knipping-Dorn-Brache in Herne kommt unter den Hammer

Am 18.10. wird im Herner Amtsgericht das Gelände zwangsversteigert,
Am 18.10. wird im Herner Amtsgericht das Gelände zwangsversteigert,
Foto: Haenisch / waz fotopool
Das Knipping-Dorn-Gelände, die wohl bekannteste Brache in Herne, wird zwangsversteigert: Das Areal der ehemaligen Fabrik zur Herstelllung von Schrauben für die Kraftfahrzeug-Industrie soll am 18.10. im Amtsgericht unter den Hammer kommen. Der Verkehrswert liegt laut Gutachten bei 1,5 Millionen Euro.

Herne.. 1993 schloss Knipping-Dorn nach 93 Jahren seine Pforten in Herne, zuletzt stellten dort 200 Beschäftigte Schrauben für die Kraftfahrzeug-Industrie und den Bergbau her. Seither steht die Fläche in weiten Teilen brach, zahlreiche Versuche, eine Nachfolge-Nutzung zu finden, schlugen fehl. Zuletzt sagte 2010 der Elektromarkt-Riese Saturn auf der Zielgeraden ab, der an der unteren Bahnhofstraße eine Filiale geplant hatte.

Für den Besitzer, der die Fläche in den 90ern von Knipping gekauft hat, wurde die Brache offenbar zum Millionengrab. Nach Informationen der WAZ liegt eine Grundschuld in siebenstelliger Höhe vor, und mehrere Gläubiger, allen voran Banken, wollen nun Geld sehen. Deshalb die Zwangsversteigerung.

Sieben Flurstücke unter den Hammer

Laut Beschluss des Amtsgerichts kommen sieben Flurstücke an der Bahnhof-, Dorn- und Eschstraße unter den Hammer. Auf den Grundstücken stehen Wohn- und Geschäftshäuser, teilweise vermietet, außerdem Bauruinen sowie eine Stadtvilla, in der die Eigentümerin des Komplexes auf mehreren hundert Quadratmetern wohnt. Sie will sich auf Anfrage der WAZ nicht zur Zwangsversteigerung äußern.

Abzuwarten bleibt nun, ob sich ein Käufer findet, und ob dieser der Brache neues Leben einhauchen kann. „Das Gelände ist nicht einfach“, sagt Christian Diesen vom HLG Projektmanagement (Münster). Er meint damit unter anderem umfangreiche Abbrucharbeiten, die ein Käufer schultern müsste. Diesen hatte als Projektentwickler mit viel Aufwand versucht, einen Investor zu finden – und nach der Pleite mit Saturn das Handtuch geworfen.

Die Verwaltung hat das Areal ebenfalls im Blick. Schon die Vorarbeiten für die geplante Saturn-Filiale waren auch von städtischer Seite sehr aufwändig. In Kürze, kündigt Stadtsprecher Christoph Hüsken an, will die Verwaltung ein Strukturkonzept vorlegen. Es soll eine mögliche Nutzung des Bereichs nördlich der Innenstadt skizzieren, angedacht sei ein Mix aus Wohnen, Handel und Dienstleistung.

Konzept "Neues Wohnen und Arbeiten"

Es wäre nicht das erste Konzept. Das letzte trägt den Titel „Neues Wohnen und Arbeiten“. Unter dem Untertitel „Vom industriellen Altstandort zum modernen Mischgebiet“ zeigt es das Knipping-Dorn-Gelände im futuristischen Ambiente. Es stammt aus dem Jahr 2007.

Termin Zwangsversteigerung: 18.10, 9.30 Uhr, Amtsgericht (Friedrich-Ebert-Platz 1), Saal 115.

 
 

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