Kleinkrieg und Scharmützel im rechten Lager

Redaktion
Bald auch in Herne? Ein Wahlplakat der „Unabhängigen Bürger-Partei“ (UBP) aus dem Kreis Recklinghausen. Foto: Joseph-W. Reutter
Bald auch in Herne? Ein Wahlplakat der „Unabhängigen Bürger-Partei“ (UBP) aus dem Kreis Recklinghausen. Foto: Joseph-W. Reutter
Foto: WAZ
Herne. Zoff im rechten Lager: Die „Unabhängigen Bürger“ aus Herne, ehemals Republikaner, erklären, ein Fusionsangebot der „Unabhängigen Bürger-Partei“ (UBP) aus Recklinghausen abgelehnt zu haben. Die UBP wiederum staunt über diese Aussage.

Im rechten politischen Lager gibt’s (mal wieder) Streit und Scharmützel. Spielten sich die Auseinandersetzungen zuletzt vor allem im Kreis Recklinghausen ab, so hat der Kleinkrieg nun offenbar auch Herne erreicht.

Konkret geht es um die so genannten Unabhängigen Bürger (UB). Diese sind bekanntlich bei der Kommunalwahl 2009 noch unter dem Dach der Republikaner in Rat und Bezirke eingezogen, um sich nicht mal ein Jahr später abzuspalten. In einer dünnen Pressemitteilung teilte UB-Vorsitzender Bernd Blech in dieser Woche mit, dass seine Vereinigung ein Fusionsangebot der „Unabhängigen Bürger-Partei“ (UBP) aus dem Kreis Recklinghausen abgelehnt habe. Grund: Die „Unabhängigen Bürger“ seien eine Kraft der Mitte. „Für uns gibt es kein Abdriften nach rechts“, so Blech. Klingt verdammt konsequent. Hört man jedoch mal bei der UBP in Recklinghausen nach, klingt das etwas anders. Die Herner UB habe den Kontakt zu ihnen gesucht, sagt UBP-Chef Tobias Köller. Nach zwei Treffen habe man Abstand von einer Fusion genommen, weil es sich bei den Hernern UBlern vor allem um ehemalige Republikaner handele. Das habe man vorher ja gar nicht gewusst, beteuert Köller. Ein Zusammenschluss mit Ex-Mitgliedern von REP, NPD & Co. habe die UBP in ihrer Satzung aber ausgeschlossen, betont Tobias Köller. Der Vollständigkeit halber sollte vielleicht noch erwähnt werden, dass jener Tobias Köller gegenüber der Recklinghäuser Zeitung bestätigt hat, dass es Kontakte zwischen ihm und dem Bezirks-Chef der im Verfassungsschutzbericht erwähnten Gruppierung Pro NRW gegeben hat.

Kandidatur in 2014

Außerdem musste sich die UBP jüngst des Vorwurfs erwehren, dass sich bei der von ihr mit angestoßenen Gründung einer „Anti-Moschee-Bürgerinitiative“ gerichtsbekannte Akteure aus der Neonazi-Szene eingeschlichen haben sollen. Partner werden UB und UBP also wohl nicht mehr, Gegner aber vielleicht schon: UBP-Chef Köller kündigte gegenüber der WAZ an, dass seine Partei bei der Kommunalwahl 2014 möglicherweise auch in Herne antritt.

Wenn am Sonntag kurz nach 18 Uhr in der Lokalität „Ritchies“ an der Bochumer Straße 23 Jubelschreie erklingen, dann muss das nicht zwangsläufig etwas mit dem S04-Heimspiel gegen Bayern zu tun haben. Sondern: Es kann auch ein Befreiungsschrei einer Handvoll Mitglieder der Herner Piratenpartei sein, die zuletzt praktisch gar nicht mehr stattgefunden hat. Die „Piraten“ spüren durch die guten Umfragewerte in Berlin frischen Wind in den Segeln und wollen die Berichterstattung über die Wahl gemeinsam verfolgen. Und 2014, davon geht Bernd Schroeder (Piratenpartei) fest aus, werde man auch bei der Kommunalwahl an Bord sein.