Kirsten Eink aus Herne will ins Europa-Parlament

Foto: WAZ
Auch sie will ins Europa-Parlament: die Hernerin Kirsten Eink. Ihre Hürde aber ist gewaltig: Auf Platz 52 der SPD-Liste steht die 37-Jährige bei ihrer ersten Kandidatur. Eine Forderung der Diplom-Verwaltungswirtin: mehr Macht fürs EU-Parlament.

Herne.  Der Einzug von Kirsten Eink (SPD) am Sonntag ins Europaparlament ist in etwa so realistisch wie der Gewinn der Fußball-WM durch Costa Rica. Auf dem aussichtslosen Platz 52 der SPD-Liste steht die 37-Jährige bei ihrer ersten Kandidatur. Was sie aber nicht davon abhält, mit Leidenschaft den Wahlkampf zu bestreiten.

„Europa - das sind nicht ,die da’, das sind wir.“ 2003 hat sie sich dieses Motto zu eigen gemacht und Europa zu ihrem politischen Schwerpunkt erklärt. Angriffe der Medien und die aus ihrer Sicht häufig undifferenzierte Kritik an Europa – „das ging gegen mein Demokratieverständnis“. Sie habe sich in die Materie vertieft, um mitreden zu können. Was sie längst nicht nur in der SPD, sondern auch in der überparteilichen Europa-Union praktiziert. Zunächst ehrenamtlich in verschiedenen Funktionen, inzwischen sogar hauptberuflich: Die Diplom-Verwaltungswirtin ist seit September Geschäftsführerin der Europa-Union in NRW.

Zurück zum Urnengang. In einer zentralen Forderung ist Eink ganz bei Renate Sommer: Mehr Macht fürs EU-Parlament! Der SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz habe genug Selbstbewusstsein, er werde nicht nach der Pfeife der Staaten und der Regierungschefs tanzen, sagt die Wahlkämpferin. Und wie Sommer fordert auch Eink, dass die EU sich um die großen Themen kümmern müsse statt um „kleinliche Verordnungen“.

Europa der Unternehmen

In anderen Bereichen gibt es Unterschiede, so bei der Sozialpolitik. Stichwort: Mindestlohn. Und auch diesen Satz sagt die SPD-Frau: „Wir haben ein Europa der Unternehmen, brauchen aber ein Europa der Menschen.“ Die CDU wolle die wirtschaftliche Konkurrenz unter den Staaten, die SPD nicht. Etwas versöhnlicher als Sommer klingt Kirsten Eink zudem - trotz aller Kritik an Regierungs-Chef Erdogan - beim Thema „EU-Beitritt der Türkei“.

Wer so für Europa tickt, der muss doch auch ein Faible für Reisen in europäische Länder haben – oooder? „Nein“, lacht Kirsten Eink. Sie sei passionierte Heimwerkerin und grabe auch schon mal mit dem Bagger den heimischen Garten um, erzählt die verheiratete Mutter von zwei Kindern (6 und 11). „Ich verbringe meinen Urlaub gerne mit Arbeiten am und im Haus. Damit wird man ja bekanntlich nie fertig.“

 
 

EURE FAVORITEN