Kirmes in Crange ist "knallhart kalkuliert"

Wanne-Eickel. Die Cranger Kirmes hat am Donnerstag zum 576. Mal ihre Pforten geöffnet. Die Schausteller wollen trotz wirtschaftlicher Probleme in der Branche die Preise, wenn überhaupt, nur leicht anheben.

Seit Donnerstagabend geht’s rund: Die Cranger Kirmes hat erstmals zum Bürgerabend um 18 Uhr ihre Pforten geöffnet. Albert Ritter, Präsident des Schaustellerbundes, kündigt trotz wirtschaftlicher Probleme in der Branche „moderate Preise“ an.

Die Schausteller versuchten, die gestiegenen Kosten – hervorgerufen insbesondere durch erhöhte Sicherheitsauflagen – zu kompensieren, so Ritter gegenüber der WAZ.

Sicherheitsauflagen wurden kräftig erhöht

Eine Maß in der Bayern-Festhalle oder eine Fahrt im Riesenrad plus Pils bei Steinmeister? Und dann noch eine Wurst? Wer mit abgezähltem Geld auf die Cranger Kirmes kommt, muss sich entscheiden. Und doch: Die Preise, betont Ritter, seien knallhart kalkuliert, und nur wer fleißig sei, mache Gewinne. Nach dem Unglück bei der Loveparade seien die Sicherheitsauflagen kräftig erhöht worden – schultern müssten die gestiegenen Kosten in der Regel die Schausteller. In Wanne-Eickel blieben die Kosten dagegen weitgehend stabil. Ritter spricht der Stadt dafür „eine große Anerkennung“ aus. Allein: Die Rummel der vergangenen Wochen hätten durch die Mehrkosten für Löcher in den Bilanzen gesorgt. Hinzu kämen auch gestiegene Spritpreise, die den reisenden Geschäftsleuten schwer zu schaffen machten.

Die Preise seien dennoch, wenn überhaupt, nicht wesentlich höher als 2010 – und noch immer niedriger als etwa in Düsseldorf oder München: „Auf der Cranger Kirmes gibt es volkstümliche Preise“, sagt Ritter. Und: „Gemolken wird niemand.“

Maß Bier kostet 8,20 Euro

In der Bayern-Festhalle kostet die Maß heuer 8,20 Euro, 30 Cent mehr als im letzten Jahr. „Wir wissen, dass unsere Cranger Besucher uns treu sind“, sagt etwa die Chefin Jeanette Hölzgen, „deshalb kommen wir ihnen entgegen.“ Live-Musik und Aufbaukosten würden nicht auf die Preise umgelegt. Während das 0,3-Liter-Glas Bier 10 Cent teurer ist, bleibt bei Cola und Fanta alles beim Alten. 10 Cent mehr für das Bier nimmt auch Bernd Steinmeister. Bei ihm gibt es 0,4 Liter jetzt für 3,20 Euro. Auch Cola & Co kosten mit 1,90 Euro zehn Cent mehr. „Unsere Preise“, sagt Steinmeister, „sind zu 90 Prozent gleich geblieben.“ Heißt auch: Ein alkoholfreies Getränk – hier Apfelschorle – ist mit 1,50 Euro deutlich preisgünstiger. Beim Mineralwasser gibt es für zwei Euro eine Flasche von 0,25 Litern. Was sich am besten verkauft? Bier natürlich. Wie viel, sei „abhängig vom Wetter“.

Was für Essen und Trinken gilt, trifft auch auf die Fahrgeschäfte zu. Die Preise, so Schausteller-Präsident Albert Ritter, blieben auch hier: moderat. „Von 1,50 Euro fürs Kinderkarussell bis 6,50 Euro fürs Olympia-Looping kann die ganze Familie all das haben, was das Herz begehrt.“ Apropos 6,50 Euro: Dass etwa der Olympia-Looping vergleichsweise viel kostet, habe seine Gründe. Neben den enormen Anschaffungskosten schlage bei diesem Fahrgeschäft auch die Logistik voll zu Buche. Allein 70 Lkw würden benötigt, um den Koloss zu transportieren. Das koste, wirbt Ritter für Verständnis.

Lageplan der Kirmes