KiK-Stiftung - Nach Eklat weniger Kinder im Kidstreff Herne

Bis zu 30 Kinder besuchten einst den Kidstreff an der Bismarckstraße. Nach dem Eklat um die Mitarbeiter des Treffs nutzen täglich nur noch sieben bis zehn Mädchen und Jungen das Angebot. ­Foto: Joachim Haenisch
Bis zu 30 Kinder besuchten einst den Kidstreff an der Bismarckstraße. Nach dem Eklat um die Mitarbeiter des Treffs nutzen täglich nur noch sieben bis zehn Mädchen und Jungen das Angebot. ­Foto: Joachim Haenisch
Foto: Haenisch / waz fotopool
Das Kidstreff kämpft um Anerkennung: Nach dem Eklat um die Ausbeutung der Mitarbeiter verlor die Einrichtung der KiK-Stiftung „help and hope“ viele ihrer Stammgäste. Der ehemalige Leiter arbeitet jetzt in einer anderen Einrichtung.

Herne.. Das Kidstreff kämpft um Anerkennung: Nach dem Eklat um die Ausbeutung der Mitarbeiter verlor die Einrichtung der KiK-Stiftung „help and hope“ viele ihrer Stammgäste. Der ehemalige Leiter arbeitet jetzt in einer anderen Einrichtung.

Mitte Juni geriet die KiK-nahe Stiftung „help and hope“ öffentlich ins Kreuzfeuer, nachdem ihre Mitarbeiter des Baukauer „Kidstreff“ gekündigt hatten und schwere Vorwürfe erhoben hatten. Unter den Folgen leidet der offene Treff von „help and hope“ nach wie vor.

Kamen vor dem Eklat bis zu 30 Mädchen und Jungen in den Kidstreff an der Bismarckstraße, so besuchen mittlerweile „sieben bis zehn Kinder täglich die Einrichtung“. Das erklärte Kai-Uwe Lindloff, Vorstands-Chef der Stiftung, auf Anfrage der WAZ. Die Zahl nehme aber stetig zu.

Nach den Sommerferien würden weitere Fachkräfte das von der Diplom-Pädagogin Judith Hesselink geleitete Team verstärken. Das Angebot soll nach und nach erweitert werden, die Öffnungszeiten blieben die gleichen. Die Stiftung freue sich, so Lindloff weiter, dass die Zusammenarbeit mit der benachbarten Janosch-Förderschule „nach wie vor eine sehr gute ist“.

Früherer Leiter arbeitet nun in anderer Einrichtung

Die Stiftung muss aber auch zur Kenntnis nehmen, dass die Mehrheit der nachmittags betreuten Janosch-Förderschüler dem früheren Kidstreff-Leiter Michael Pfister gefolgt ist. Der ist zurzeit noch auf ehrenamtlicher Basis - sein Vertrag mit „help & hope“ läuft bis Ende August - gemeinsam mit den ehemaligen Kidstreff-Kolleginnen in der evangelisch-freikirchlichen Einrichtung „Life-Line“ an der Neustraße tätig.

Im Schnitt etwa 25 Kinder nähmen täglich das Angebot dieses ebenfalls offenen Treffs in Anspruch, so Pfister zur WAZ. Nach den Sommerferien wolle man „richtig loslegen“. Zur Finanzierung benötige man Sponsoren.

Klare Bekenntnis zum Erhalt des Kidstreff

Obwohl „Life-Line“ von zahlreichen Janosch-Schülern aufgesucht wird, herrscht zwischen der Schule und der freikirchlichen Einrichtung in Herne-Mitte Funkstille. Hintergrund: Nach den Vorfällen im Juni hatte Schulleiter Turke sich in einem Brief an alle Eltern sehr deutlich zum Kidstreff von „help & hope“ bekannt und dafür geworben, dass die Förderschüler nach dem Unterricht weiterhin diese Einrichtung besuchten.

Die Stiftung leckt derweil ihre Wunden. Im neuen Infobrief von „help & hope“ klagt Kuratoriumsvorsitzender (und KiK-Chef) Stefan Heinig, dass ihn die Vorfälle in Herne und insbesondere die damit verbundene Berichterstattung „schwer enttäuscht“ hätten. Auch er legte ein klares Bekenntnis zum Erhalt des Kidstreff ab. Außerdem kündigte er an, dass sich „help and hope“ national und international „breiter in der Förderung von Projekten aufstellen“ werde. Vom noch im März-Infobrief angekündigten Vorhaben, in Herne einen weiteren Jugendtreff einzurichten, ist aber keine Rede mehr.

 
 

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