Kaufland setzt auf „Autokunden“

So soll sie aussehen, die neue Kaufland-Filiale am Glückaufplatz. Der Abriss des alten Parkhauses soll im Frühjahr 2013 beginnen, die Eröffnung soll nach den Sommerferien 2014 stattfinden.
So soll sie aussehen, die neue Kaufland-Filiale am Glückaufplatz. Der Abriss des alten Parkhauses soll im Frühjahr 2013 beginnen, die Eröffnung soll nach den Sommerferien 2014 stattfinden.
Foto: Kaufland
Daran dürfte es nun keinen Zweifel mehr geben: Kaufland kommt nach Wanne. Das Unternehmen stellte das Projekt am Donnerstag im Planungsausschuss vor.

Wanne-Eickel..  Wenn es aufgrund der Vorgeschichte mit all den Hochs und Tiefs noch Zweifel an der Kaufland-Ansiedlung am Glückaufplatz gegeben haben sollte – spätestens am Donnerstag wurden sie ausgeräumt. Nachdem die Stadt am Mittwoch zwei Kartons mit dem Bauantrag für den Lebensmittelmarkt entgegen nehmen konnte, erklärte Kaufland-Prokurist Jürgen Zeidler gestern im Planungsausschusses: „Ja, wir kommen nach Wanne!“

254 Parkplätze geplant

Voraussichtlich nach den Sommerferien 2014 will Kaufland die Pforten in Wanne öffnen. Der Abriss des alten Parkhauses soll frühestens im Frühjahr 2013 erfolgen.

Die Politik steht geschlossen hinter dem Projekt. Doch während die SPD und die FDP die Ansiedlung ausdrücklich begrüßten, gossen CDU, Grüne und Linkspartei Wasser in den Wein. Rolf Ahrens (Grüne) gab für seine Fraktion „den Segen“ zu diesem Projekt, brachte die Haltung (nicht nur) seiner Partei aber so auf den Punkt: „In der Not frisst der Teufel Fliegen.“

Kaufland-Vertreter Zeidler hatte zuvor noch einmal die Eckpunkte der (nach dem Absprung des Projektentwicklers abgespeckten) Planung vorgestellt. Die Lkw-Anlieferung soll nicht wie vorgesehen über die Freisenstraße erfolgen, sondern über die Gelsenkircher Straße. Für Kunden soll es unter dem „aufgeständerten Gebäude“ 254 ebenerdige Parkplätze geben, die von Kunden bis zu 90 Minuten kostenlos genutzt werden können. Der Verkaufsbereich im 1. Stock werde über Rolltreppen erreichbar sein, so Zeidler. Vor allem auf „Autokunden“, nicht auf „Taschenkunden“ baue man am Glückauf-Platz.

Beim Sortiment setzt Kaufland vor allem auf Lebensmittel mit einen großen Frische- und Tiefkühlbereich. Im vorderen Bereich des Marktes sollen u.a. eine Apotheke, ein Bäcker und ein Metzger das Angebot ergänzen.

Die CDU werde das Projekt mittragen, könne sich aber aus städtebaulicher Sicht nicht mit diesem „Klotz“ anfreunden, sagte der Stadtverordnete Ulrich Finke. Bei einer Verkaufsfläche von rund 5000 qm müsse man ein gewisses Volumen haben, konterte der Kaufland-Vertreter. Baudezernent Karlheinz Friedrichs ergänzte, dass die Fassade des Neubaus wesentlich heller als auf dem Entwurf aussehen werde. Auch die Verkehrsanbindung sei gelungen, lobte er.

„Mit Bauchschmerzen“ stellte sich Daniel Kleibömer (Linke) hinter das Projekt. Von der ursprünglichen Planung für den Glückaufplatz („ein Eingangstor für Wanne“) sei nicht viel übrig geblieben. „Wir haben Erwartungen geweckt, die wir nicht erfüllen konnten. Hier zeigt sich einmal mehr die Ohnmacht der Politik.“

 
 

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