Kampfsport für Herner Schichtarbeiter

Frank Lietz (links) und Klaus Hagemann (rechts) trainieren unter der Aufsicht von Vereinsvorsitzendem Uwe Reichert
Frank Lietz (links) und Klaus Hagemann (rechts) trainieren unter der Aufsicht von Vereinsvorsitzendem Uwe Reichert
Foto: Ralph Bodemer
Der Verein Zen-Ki-Budo bietet einen Termin für Menschen, die im Wechseldienst arbeiten oder aus sonst einem Grund, vormittags trainieren möchten.

Herne.  „Ich habe gleich noch Mittagsschicht“, sagt Frank Lietz, bevor er von seinem Trainingspartner Klaus Hagemann in den Schwitzkasten genommen wird. Dass er vor seiner Schicht noch trainieren kann und nicht einfach nur den Termin am Abend verpasst, weil er arbeiten muss, hat er einem besonderen Angebot zu verdanken: Die Kampfkunstschule Zen-Ki-Budo bietet seit Februar einen Trainingstermin in Selbstverteidigung für Schicht- und Wechselarbeiter an. „Der Wunsch kam direkt von unseren Mitgliedern“, weiß Trainer Achim Vohl. Einige hätten bedauert, dass sie nur alle 14 Tage kommen können. „Den Wunsch, regelmäßig trainieren zu können, haben wir aufgegriffen und schließlich umsetzen können“, freut er sich.

Dieses besondere Angebot sieht der Verein als Alleinstellungsmerkmal. „Wir sind in der glücklichen Lage, eigene Räumlichkeiten zu haben, viele Vereine trainieren in Schulhallen und die sind vormittags nun einmal besetzt.“

Bislang bietet der Verein einen Termin am Vormittag an. „Sobald sich die Nachfrage erhöht, sind wir bereit, einen weiteren Kurs einzurichten“, sagt Vereinsvorsitzender Uwe Reichert. Bislang trainieren vier Männer vormittags. Neben Schichtarbeitern und Senioren, ist auch ein Student dabei. „Wir möchten das Angebot offen halten für alle, die lieber vormittags trainieren möchten“, meint Vohl. Auch wenn die Idee zu dem Training von Schichtarbeitern stamme, sollen etwa auch junge Mütter angesprochen sein, deren Kinder morgens in der Schule oder im Kindergarten versorgt sind.

Eine generelle stark gestiegene Nachfrage nach Selbstverteidigung stellt Uwe Reichert seit Anfang des Jahres fest. „Wir bieten auch Wochenend-Kurse an, die Teilnahme an diesen hat sich extrem erhöht.“ Kamen in der Vergangenheit rund drei dieser Kurse pro Jahr zustande, waren dies seit Jahresbeginn rund zwei Kurse pro Monat. Insgesamt sechs Ehrenamtliche trainieren beim Kampfsportverein 70 Mitglieder.

„Die Selbstverteidigung ist für mich ein Ausgleich zur Arbeit und hilft mir beim Stressabbau“, erzählt Lietz, Schichtarbeiter in der Kunststoffindustrie. Gerade in der heutigen Zeit fühle er sich mit seinen Kenntnissen in der Selbstverteidigung sicherer.

„Du musst den inneren Arm nutzen, um richtigen Druck auf die Nase deines Gegners auszuüben“, rät Achim Vohl Klaus Hagemann, der inzwischen von Frank Lietz in den Schwitzkasten genommen wird. Nach einem anstrengenden Training geht es für die beiden nun jedoch nicht auf die Couch, sondern zur Arbeit.

Kontakt zum Verein und Trainingszeiten:

Die Kampfkunstschule Zen-Ki-Budo trainiert in ihren Räumlichkeiten an der Friedensstraße 6 in Röhlinghausen.


Das Angebot für Schichtarbeiter findet dienstags von 9.30 bis 11 Uhr statt.


Weitere Trainingszeiten und Informationen unter www.zen-ki-budo.de oder bei Uwe Reichert unter 0234/95802720.

 
 

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