Junge Fotografin ist überrascht vom eigenen Erfolg

Isabel Diekmann (vorn) ist die Jahrgangsbeste 2011 des Berufsfotografenverbandes Westfalen. Genauso wie ihre Ausbilder Ulrike und Dietmar Witte.
Isabel Diekmann (vorn) ist die Jahrgangsbeste 2011 des Berufsfotografenverbandes Westfalen. Genauso wie ihre Ausbilder Ulrike und Dietmar Witte.
Foto: WAZ FotoPool

Wanne-Eickel/Castrop-Rauxel.. Die Wanne-Eickelerin Isabel Diekmann beendete ihre Ausbildung zur Fotografin als Prüfungsbeste ihres Jahrgangs. Ihr Betrieb wurde auch ausgezeichnet.

Gestresst fuhr Isabel Diekmann an einem Sonntag im Juli von Wanne-Eickel nach Münster. Sie musste in der Universitätsstadt noch schnell Bilder abliefern, die sie für ihre Abschlussprüfung als Fotografin gemacht hatte. Am Abend sollte dann ihre Freisprechungsfeier stattfinden. Das Ende von drei Jahren Lehrlingszeit im Fotostudio Witte in Castrop-Rauxel.

Bescheiden hing sie ihr Gesellenstück in eine dunkle Ecke, bevor man ihr sagte: „Sie müssen ihr Bild wieder abnehmen und an die Wand für die Prüfungsbesten hängen.“ Die 24-Jährige aus Wanne-Eickel fiel aus allen Wolken. Damit hatte sie nun wirklich nicht gerechnet. „Ich wusste zwar, dass ich bestanden hatte, aber davon hat mir niemand etwas gesagt.“

Aber nicht nur die junge Fotografin wurde geehrt, sondern auch ihr Ausbildungsbetrieb. Das Fotostudio Witte erhielt vom „Verband der Berufsfotografen Westfalen“ die Auszeichnung „bester Ausbildungsbetrieb 2011“. Dabei sind die Inhaber Dietmar und Ulrike Witte nicht einmal Mitglieder der Innung. Freuen tun sie sich trotzdem.

Isabel Diekmanns beherrscht das klassische Handwerk. Die 24-Jährige schießt ausgesprochen gelungene Porträts und Werbeaufnahmen. Aber wenn sie jemand fragt, welche Arbeiten ihr am meisten Spaß machen, dann antwortet sie ohne Umschweife: „realitätsfremd.“ Die digitale Bildbearbeitung hat es ihr angetan. Bunt, schrill und außergewöhnlich müssen ihre Motive sein. So zum Beispiel die Bilder von der Cranger Kirmes, bei denen sie mit der Farbtemperatur-Einstellung herumspielt, um besonders intensive Farben herauszukitzeln. Die meisten Aufnahmen, die sie auf dem Rummel gemacht hat, setzen auf Farbe und Licht. Das macht sie imposant. Gerne können es aber auch schwarz-weiß Bilder sein, die mit einzelnen, wenigen Farbtupfern gespickt sind. Bicolor nennt sich die Technik. Nur langweilig und alltäglich sollen ihre Fotos nicht sein. „Das ist bei mir genauso wie bei Pipi Langstrumpf - ich mache mir die Welt, so wie sie mir gefällt“, erzählt Isabel Diekmann.

Und ebenso beschwingt möchte sie nun auch ihren weiteren Berufsweg anpacken. Ab September will sie in Dortmund den Lehrgang für ihre Meisterprüfung beginnen. Was danach kommen soll, dass weiß die junge Frau noch nicht. Ein eigenes Fotostudio eröffnen, ja, das könnte sich Isabel Diekmann gut vorstellen. „Hundertprozentig sicher bin ich mir aber noch nicht“, gesteht sie. Aber viel lieber als Pläne schmieden, lässt sie die Dinge einfach auf sich zu kommen.

 
 

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