Jazz und Filmkunst beeindrucken

Foto: Haenisch / waz fotopool

„Bildklang 2013“. Diese ambitionierte Reihe des Organisators und Herner Komponisten Eckard Koltermann hat in der Künstlerzeche „Unser Fritz“ wieder einmal künstlerisch hohes Niveau bewiesen. Der Grund: Improvisierte Musik und Video-Performance griffen ineinander, machten so das Gesamtgeschehen auf der Bühne zum mehrkanaligen ästhetischen Erfahren.

Videokünstler Achim Kämper bediente unter anderem eine bewegliche Kamera, deren Bilder auf eine Leinwand hinter den Musikern projiziert wurden. Ein Trio bestehend aus Saxophonist Jan Klare, Schlagzeuger Michael Vatcher und Bassist Luc Ex stand also im permanenten musikalischen Dialog mit dem Video-Künstler. Bezogen auf die Bilder hatte diese Musik auch eine schon fast erklärende Funktion, die unterschiedliche Arten der Bewegung erfahrbar machte. Schnelle Bewegungen von Kleinstlebewesen unter dem Mikroskop wurden begleitet von einem nervösen, unstrukturierten Rhythmus. Im Zeitraffer dargestellte Bilder aus dem Weitwinkel trafen auf hektische Musik. Hier wurde der Zeit auf den Zahn gefühlt,zeigte diese Sequenz doch, wie Zeit im Eiltempo wahrgenommen wird. Eine ebenso aufgehobene Zeitwahrnehmung lösten flächige Free-Jazz Phrasen aus, die zu den schwer einzuordnenden Strukturen an der Leinwand passten. Eine Sprengung eines Hochhauses auf der Leinwand wirkte da trotz eigentlich enormer Kräftewirkung wie im Stillstand. Verblüffend wirkungsvoll.

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