In Herne wird die Vision vom Seniorcampus Realität

Tobias Bolsmann
Der Sand wurde gestern nur symbolisch auf die Schüppe genommen. In den kommenden Monaten entsteht in Baukau der Seniorcampus.
Der Sand wurde gestern nur symbolisch auf die Schüppe genommen. In den kommenden Monaten entsteht in Baukau der Seniorcampus.
Foto: FUNKE Foto Services
In Baukau wurde der Spatenstich für den Seniorcampus gefeiert. Das Projekt sein ein wichtiges Element bei der Quartiersentwicklung, so der OB.

Herne.  Zu symbolischen Spatenstichen – der Name sagt es – gehören Spaten zwingend zum Zubehör. Das war beim offiziellen Start des Seniorcampus nicht anders. Doch gestern gab es zwei außergewöhnliche Details: Oberbürgermeister Frank Dudda überreichte Investor Bernd Kaffanke persönlich die Baugenehmigung für das 22-Millionen-Projekt. Zusätzlich durfte Kaffanke den unterschriebenen Mietvertrag der Johanniter in Empfang nehmen.

Wie die WAZ bereits berichtet hat, entsteht unweit des Schlossparks in Baukau ein Pflegeheim mit 80 Plätzen, inklusive Tiefgarage und Gewerbeeinheiten. Es werden einziehen die Praxis für Physiotherapie Holtkamp, die Neumarkt-Apotheke mit einer Filiale, eine Filiale der Bäckerei Brinker, die Arztpraxis Bruch/Bruckhaus-Walter mit einem weiteren Standort, die Lottoannahme Matzat-Filler sowie der Friseur Rolf Buchwald. Darüber hinaus entstehen 77 barrierefreie Wohnungen, die die Hilfsorganisation Johanniter betreiben wird. Hinzu kommen eine Begegnungsstätte sowie Stellplätze für Krankentransportwagen. Insgesamt sollen etwa 120 Arbeitsplätze in Voll- und Teilzeit entstehen.

„Wir leben unsere Vision“, beschrieb Bernd Kaffanke das Projekt. Er habe mit seinem Partner Jürgen Dietz bereits in der Vergangenheit im Bereich der Altenpflege gearbeitet, doch es habe immer nur Teillösungen gegeben. Die Besonderheit des Herner Seniorcampus sei, dass in ihm die verschiedenen Schnittstellen zusammengefügt werden. „Die Partner arbeiten zum Vorteil der Menschen zusammen, die ihre Leistung in Anspruch nehmen“, so Kaffanke. Teil des Konzepts sei der sogenannte Gesundheitspilot.

Johanniter werfen dicken Anker

Dieser werde als Ansprechpartner für all jene Menschen fungieren, die Orientierung im Gesundheitssystem suchen. Über das Pflegeheim, das Kaffanke und Dietz mit der Protea Care GmbH selber betreiben werden, könnten auch weitere Service-Leistungen abgerufen werden.

Nicht nur das Konzept sei besonders, so Kaffanke, sondern auch die Gebäude. Es solle ein Bauwerk entstehen, das auch in 25 Jahren noch zeitgemäß sei. Die Planungen kommen vom Mülheimer Architekturbüro Waldow. Benjamin Wobig, Regionalvorstand der Johanniter, betonte, dass man sehr gerne einen „dicken Anker“ in Herne werfe.

Die Johanniter sind bislang nur mit einer Geschäftsstelle vertreten. Der Seniorcampus sei ein tolles Projekt, das ins Konzept der Johanniter passe. Oberbürgermeister Frank Dudda sieht im Seniorcampus ein gutes Element für die Gesundheitswirtschaft in Herne. Der Campus sei durchdacht und innovativ. Darüber hinaus sei er ein Baustein bei der Quartiersentwicklung und passe sich hervorragend in die Stadtplanung ein. Dabei richtete Dudda auch seinen Blick auf das beinahe unmittelbar angrenzende Grundstück an der Forellstraße, das noch als Dienstleistungspark firmiert. Auch dort könnte Bebauung mit Campus-Charakter entstehen, und auch der Standort des Forschungsprojekts „Ruhr Valley“ nahe der Emscher könnte dem Seniorcampus zusätzlichen Auftrieb verleihen.