In Herne strömt wieder Grubengas

Das neue Blockheizkraftwerk an der Akademie Mont-Cenis.
Das neue Blockheizkraftwerk an der Akademie Mont-Cenis.
Foto: Funke Foto Services
An der Akademie Mont-Cenis in Herne wird wieder Grubengas gefördert. Ob das Projekt der Stadtwerke Herne Erfolg zeigt, ist aber noch unklar.

Das Blockheizkraftwerk an der Akademie Mont-Cenis läuft seit März wieder mit Grubengas, allerdings eingeschränkt: Nur der kleine von zwei Motoren ist in Betrieb, der größere soll nun angeschlossen werden.

Die Stadtwerke stecken eine dreiviertel Million Euro in das Projekt, dessen Ausgang noch immer nicht absehbar ist. Die Ausbeute an Grubengas hält sich jedenfalls noch in Grenzen, die „Ausbeuter“ zeigen sich jedoch optimistisch, dass die Konzentration des Treibstoffes noch etwas zunehmen wird. Der Methangehalt liegt bei 27 Prozent – nur etwa halb so viel wie die Konzentration beim Start des ersten Laufs der Grubengas-Förderung 1999, die vor vier Jahren eingestellt wurde. Zwischenzeitlich wurde das Blockheizkraftwerk in Sodingen notgedrungen mit Biogas betrieben, weil der alte Förderort wegen des gestiegenen Grubenwassers quasi „abgesoffen“ war.

Prognose wäre Kaffeesatzleserei

„In der Höhe der Gaskonzentration sind aber noch Entwicklungsmöglichkeiten drin“, sagt Stadtwerke-Sprecherin Angelika Kurzawa. „Wir sind optimistisch, weil die Zeche Mont-Cenis ja als besonders gashaltige Zeche galt.“ Bis Mitte Mai soll das große Blockheizkraftwerk angeschlossen werden, mit einer Leistung von einem Megawatt fünfmal so kräftig wie das kleine.

72 Einfamilienhäuser, 200 Wohnungen, ein Seniorenheim, eine Kindertagesstätte, das Geschäftszentrum und die Akademie-Halle werden schon zum Teil wieder mit dem Energieträger beheizt. Wenn der große Block angeschlossen ist, kommen Strom und Wärme komplett aus der Sodinger Tiefe – außer an extrem kalten Wintertagen, dann muss „zugeheizt“ werden.

Ob Grubengas auch ein kostengünstiger Energieträger ist, wird erst die Zukunft zeigen, das liegt an der Gas-Konzentration und -menge sowie an der Laufzeit des Projektes. Eine Prognose wäre, so die Stadtwerkesprecherin „reine Kaffeesatzleserei.“ Bei einem „Volltreffer“ werde es für etliche Jahre Gasförderung reichen, hatte Projektleiter Stephan Becker beim Auftakt der Gas-Förderung gehofft. Jetzt spricht er von einem „Treffer“ und von „Erfolg“. „Das Gas ist verwertbar. 27 Prozent ist ein guter Wert, derzeit steigert er sich alle drei Tage sogar noch um 0,1 Prozent“, erläutert der Diplom-Ingenieur. „Wir werden für lange Zeit Freude an der Grubengas-Förderung haben“, ist sich Becker sicher.

 
 

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