Hyperactive Kid gab in Herne Konzert mit spannenden Momenten

Hyperactive Kid  aus Berlin
Hyperactive Kid aus Berlin
Foto: Veranstalter
Ein Konzert der Jazzavantgarde ist immer ein Abenteuer. Leider auch deshalb, weil man vorher nicht weiß, ob die Musiker diese herausfordernde Musikgattung mit Inhalt füllen können oder nicht. Bei Hyperactive Kid in den Flottmann-Hallen war genau dieses der Knackpunkt im Rahmen der Reihe „Ambitionierte Konzerte“.

Herne.  Drei junge Musiker aus Berlin haben sich auf die Reise begeben, nicht nur im wörtlichen Sinne, sondern auch musikalisch. Ihr Ausgangspunkt waren Kompositionen, die auf Skalen und vor allem Tonrepetitionen basieren. Dass das spannend sein kann, bewiesen sie nur mit einer Komposition. Einzelne Töne steuerte Saxophonist Philipp Gropper, auf die eine kurze Abphrasierung von Gitarrist Ronny Graupe und Schlagzeuger Christian Lillinger folgte. Wie einzelne Hammerschläge, in denen nicht nur das Hämmern, sondern auch die Ausholbewegung zu hören war. Bei diesen auch mit durch Lautstärke scharf konturierten Tönen spielte der Faktor Zeit eine wichtige Rolle. Hier wurde etwas geformt, hier nahm etwas eine spannende Gestalt an. Mit fesselnder Wirkung!

„Das Stück ‚Afrika‘ reflektiert unsere Erlebnisse auf einer Tournee durch West-Afrika vor fast zwei Jahren“, so Saxophonist Gropper. Leider verlor sich die Spannung irgendwo im Tongemenge. Eben solches war der Fall im Stück „Moskau“, es blieb wie ein Foto ohne Tiefenschärfe. In den besten Momenten hatten die Saxophon-Phrasen mit ihren wellenförmigen Improvisationslinien leichte Anleihen von Minimal Music. Oft wirkten Saxophon und E-Gitarre leider verloren.

Einzig Christian Lillinger hatte an diesem Abend genug Potenzial, mit seinem Schlagzeugspiel etwas Besonderes hervorzukitzeln. In seinem Solo verdichtete er den Ausdruck, konnte die Zuhörer „mitnehmen“. Er baute vielschichtige Rhythmen auf, benutzte viele verschiedene Klangfarben und spürte der Musik nach. Ein ansonsten durchwachsenes Konzert.

 
 

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