Hertie-Immobilie in Herne verfällt immer mehr

So sieht das ehemalige Hertie-Kaufhaus von innen aus.
So sieht das ehemalige Hertie-Kaufhaus von innen aus.
Foto: IHK
In Herne-Mitte könnte das Aus des Möbelhauses Berensmeyer einen weiteren unschönen Leerstand nach sich ziehen. Auch beim Dorn-Gelände gibt es kaum Fortschritte. Dagegen haben drei Investoren Interesse am vergammelnden Hertie-Komplex. Ideen zur Umnutzung gibt es bereits.

Herne.  Die Nachricht vom bevorstehenden Ende des Möbelhauses Berensmeyer in Herne-Mitte hat viele Geschäftsleute überrascht. Findet sich kein Nachfolger fürs Traditionshaus an der Bahnhofstraße, dann droht zusammen mit dem Dorn-Gelände eine riesige Fläche mit Leerstand. Doch nicht nur im nördlichen Teil der Bahnhofstraße herrscht Tristesse. Die leerstehende Hertie-Immobilie wird zunehmend zum Sicherheitsrisiko.

Hernes Wirtschaftsförderer Joachim Grollmann wagt derzeit keine Prognose, wie es an der Bahnhofstraße weitergehen soll. Für ihn ist jedoch gut vorstellbar, dass an dieser Stelle weiterhin Sofas und Kücheneinrichtungen verkauft werden.

Saturn sagte kurzfristig bei Dorn-Gelände ab

Nebenan auf der Industriebrache Dorn-Gelände bleibt es vorerst beim Leerstand im nördlichen Stadtzentrum. Seit die Metro-Gruppe sich vor einigen Jahren kurzfristig von dem Projekt, einen Saturn-Markt in Herne zu realisieren, verabschiedet hatte, hat sich noch kein weiterer Interessent bei der Wirtschaftsförderung gemeldet. Dennoch steht Grollmann der Ansiedlung eines Elektronikmarktes offen gegenüber. „Saturn wäre willkommen“, sagt er und erhofft sich davon mögliche Nachzugseffekte.

Gegen die Ansiedlung eines Saturn-Marktes an dieser Stelle sprechen sich dagegen Elisabeth Röttsches Chefin des Herner Einzelhandelsverbandes sowie Knut Schneider, Leiter des IHK-Regionalbüros in Herne, klar aus. Die beiden sehen die leerstehende Hertie-Immobilie als gravierenderes Problem an. Die Buchhändlerin könnte sich eine Umnutzung oder sogar einen Abriss des günstig gelegenen Komplexes vorstellen. Denn eigentlich, so argumentiert die Hernerin, gebe es kaum besser angebundene Orte. „Eine Kombination aus Handelsfläche und Wohnen könnte doch eine attraktive Lösung sein“, meint die 56-Jährige.

Umnutzung der Hertie-Immobilie in Herne

„Für uns zählt Berensmeyer nicht mehr zum Innenstadtbereich“, sagt Knut Schneider, der einen möglichen Wegfall von Arbeitsplätzen dennoch sehr bedauern würde. „Jeder Verlust schmerzt uns.“ Auch er sieht bessere Entwicklungsmöglichkeiten im mittleren Bereich der Fußgängerzone. Ob das einstige Kaufhaus noch einmal nutzbar zu machen ist? Daran hat der IHK-Büroleiter deutliche Zweifel. Nach einer Besichtigung des Komplexes offenbarte sich ihm ein Bild der Verwüstung. Auch scheint so langsam die Sicherheit gefährdet. Hier kann sich Schneider ebenso ein neuartiges Konzept gut vorstellen. Wohnflächen und Gewerbe, auch aus der Gesundheitsbranche. „Am besten wäre natürlich ein Frequenzbringer.“ Drei Investoren bekundeten zuletzt Interesse. Eine Entscheidung steht noch aus.

 
 

EURE FAVORITEN