Hernes OB Horst Schiereck sagt Arbeitnehmerempfang ab

2014 sprach Hernes OB Horst Schiereck beim Arbeitnehmerempfang im Treppenhaus des Rathauses Herne. Das kam bei den Gewerkschaften nicht gut an. Neben ihm: DGB-Chef Eric Lobach.
2014 sprach Hernes OB Horst Schiereck beim Arbeitnehmerempfang im Treppenhaus des Rathauses Herne. Das kam bei den Gewerkschaften nicht gut an. Neben ihm: DGB-Chef Eric Lobach.
Foto: Dietmar Wäsche / WAZ Fotopool
Hernes OB Horst Schiereck hat den Arbeitnehmerempfang abgesagt. Grund: Der DGB wollte an der Veranstaltung nicht teilnehmen.

Herne..  Der OB zieht die Reißleine: Horst Schiereck hat Mittwochabend nach einem Treffen mit der DGB-Spitze den Arbeitnehmerempfang abgesagt. Dieser sollte am kommenden Dienstag im Rathaus Herne stattfinden. Wie berichtet, wollte die Gewerkschaft nicht an der Veranstaltung teilnehmen. Grund: Der 2014 erstmals gewählte Ort, das Treppenhaus im Rathaus Herne und die angrenzenden Sitzungssäle, seien unangemessen, kritisierte DGB-Chef Lobach. Zudem sei die Gästeliste von der Stadt auf die Spitzen der aktiven Gewerkschafter begrenzt worden.

Am späten Mittwochnachmittag setzten sich der OB und der DGB-Vorstand zusammen, um ihre Argumente auszutauschen und den Streit zu beenden. Offenbar erfolgreich: „Wir sind im Guten auseinandergegangen“, sagte DGB-Chef Lobach am Abend zur WAZ. Wichtigste Konsequenz aber ist: Es wird in diesem Jahr keinen Arbeitnehmerempfang geben. Die Gewerkschaft habe im Gespräch mit dem OB ihre Kritik an der Veranstaltung wiederholt, deshalb entschied sich Schiereck für die Absage – „da dem Empfang in der von der Stadt bewusst gewählten Form keine hinreichende Akzeptanz entgegengebracht worden ist“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme, die von der Stadt am Abend veröffentlicht wurde. Die Absage, sagen beide Seiten, sei einvernehmlich.

Der OB, heißt es in der Stellungnahme weiter, habe bei dem Treffen die Intention des Empfangs verdeutlicht: „den Austausch zwischen aktiven Gewerkschaftern und aktiven Politikern der kommunalen Ebene in informellem Rahmen.“

Lobach reicht das nicht. Auch die Gewerkschaftssenioren sollten auf der Gästeliste sein, sagte er nach dem Treffen zur WAZ, zudem müssten für einen Austausch zwischen Gewerkschaften, Stadt und Politik auch Vertrauensleute dabei sein, ebenso Jugendvertreter. Und was den Veranstaltungsort angehe, da könnten umliegende Städte als Beispiel dienen: Vielerorts finde der Arbeitnehmerempfang in den Betrieben statt, dort gebe es für die Gäste dann Einblicke in andere Arbeitswelten.

Schiereck nennt es „schade“, dass es in diesem Jahr keinen Empfang geben werde. Zugleich sei er aber zuversichtlich, dass es den Empfang künftig wieder geben wird. „In welcher Form, darüber wird ein neuer OB zu befinden haben“, sagt Schiereck, der nach der Oberbürgermeister-Wahl im September aus seinem Amt scheidet.

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