Hernes ganz eigene Geschichte

Schloss Strünkede in Herne ist  wieder geöffnet. Die erste Phase des Umbaus ist abgeschlossen. Alles ist luftiger und leichter geworden. Foto: Winfried Labus/WAZFotoPool
Schloss Strünkede in Herne ist wieder geöffnet. Die erste Phase des Umbaus ist abgeschlossen. Alles ist luftiger und leichter geworden. Foto: Winfried Labus/WAZFotoPool
Foto: WAZ FotoPool/W.Labus

Herne.. Herne zeigt seine Stadtgeschichte ab sofort wieder der Öffentlichkeit. Am Sonntag sahen sich geladene Gäste im neu gestalteten Schloss Strünkede um.

„Ihr könnt doch gar nicht Kulturhauptstadt werden. Ihr habt ja gar keine Geschichte.“ Noch gut erinnert sich Jürgen Fischer von der Ruhr.2010 GmbH an die kritischen Worte gegenüber dem Ruhrgebiet als Kulturhauptstadt-Bewerber. „Stattdessen aber haben wir unsere Geschichte zum Thema gemacht“, sagt er. Allen Vorbehalten zum Trotz habe das Ruhrgebiet gezeigt, dass es alles andere als geschichtslos ist

Und auch Herne zeigt seine ganz eigene Geschichte ab sofort wieder der Öffentlichkeit. Am Sonntag wurde nach langen Umbauarbeiten im Schloss Strünkede die Teilwiedereröffnung des Emschertal-Museum-Standorts gefeiert. Gemeinsam mit dem städtischen Kulturdezernat und dem Fachbereich Kultur hatte das Emschertal-Museum Vertreter aus Politik, Verwaltung, Kultur und Wirtschaft der Stadt Herne eingeladen. Oliver Doetzer-Berweger, Leiter des Emschertal-Museums, führte die Besucher zur Einweihung des Erdgeschosses durch die neu konzipierte Dauerausstellung „Schloss Strünkede. Das Haus. Seine Geschichte, seine Menschen“.

Die neue Ausstellung konzentriert sich im Gegensatz zur alten auf das Mittelalter und die Frühe Neuzeit. „Wobei immer der direkte Bezug zu Herne und zu den Strünkedes hergestellt wird“, betont Oliver Doetzer-Berweger. Statt ein sowohl orts- als auch regionalgeschichtliches Museum zu bleiben, wird das stadtgeschichtliche Profil geschärft.

Nicht nur das Museumskonzept wurde modernisiert und überarbeitet. Neu und modern präsentiert sich das Schloss Strünkede auch hinsichtlich der Ausstellungstechnik. UV-Schutz in den Scheiben, Medienstationen, Schubladen, Türen und Klappen, in und hinter denen Besucher weitere Infos und Exponate entdecken können – um nur einige neue Elemente zu nennen. Insgesamt zeigen sich die Räume licht und hell, mit vielen weiten Sichtachsen – nicht vergleichbar mit den zuvor eher dunklen, vollgestellten Ausstellungsräumen.

Auch baulich hat sich einiges getan. „Insbesondere energetische Maßnahmen wurden umgesetzt“, sagt Horst Tschöke vom Gebäudemanagement Herne, „wie zum Beispiel bei Beleuchtung und Isolierung.“ Neben dem Dauerausstellungsraum stehen im Erdgeschoss noch ein weiterer großer Saal für Sonderausstellungen und das Kaminzimmer zur flexiblen Nutzung zur Verfügung. Im Untergeschoss wurden die sanitären Anlagen erneuert und ein Behinderten-WC eingerichtet.

Abgeschlossen sind die Bauarbeiten am Schloss noch nicht. „Wir wären jetzt schon komplett fertig, wenn sich die Arbeiten durch den harten Winter nicht so stark verzögert hätten“, bedauert Horst Tschöke. In den kommenden Wochen werden nun die Sanierungsmaßnahmen im ersten Obergeschoss fertiggestellt. Dann wird auch der obere Teil der Ausstellung wieder zugänglich sein. Bis Oktober sollen alle Arbeiten am und im Haus beendet werden. Bis Frühjahr 2011 wird nur noch der Eingangsbereich erneuert und ein Aufzug vom Erd- ins Untergeschoss gebaut. „Ein Teil des Schlosses ist dann barrierefrei zu erreichen“, so Horst Tschöke. Für das ganze Haus sei die Barrierefreiheit aus Gründen der Statik und des Denkmalschutzes nicht möglich gewesen.

Die Gesamtkosten von fast 1,5 Millionen Euro werden aus dem Konjunkturprogramm zur energetischen Gebäudesanierung finanziert.

 
 

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