Herner Verein „Ruhrwerk“ unterstützt Flüchtlingsfamilien

Grafik-Designerin Hanife Rexha (2.v.l.) koordiniert den offenen Kindertreff in der Unterkunft am Zechenring.
Grafik-Designerin Hanife Rexha (2.v.l.) koordiniert den offenen Kindertreff in der Unterkunft am Zechenring.
Foto: WAZ FotoPool
Der wohltätige Herner Verein „Ruhrwerk“ hat 8500 Euro bereit gestellt. Mit dieser Unterstützung können Honorarkräfte Familien in der Unterkunft am Zechenring durch verschiedene Bildungsangebote fördern - vom offenen Kindertreff bis zum Gesprächskreis.

Herne..  Dieser Stundenplan ist gut gefüllt: Montags findet der offene Kindertreff statt, dienstags der „Treffpunkt Hoffnung“; mittwochs und donnerstags steht ein Deutschkurs auf dem Programm, freitags die Familienpatenschaft. An Samstagen werden begabte Kinder gefördert. Es handelt sich - und das dürfte überraschen - um den Einsatzplan für das Flüchtlingsheim am Zechenring.

Möglich wurde dieser Plan durch das finanzielle Engagement des wohltätigen Vereins Ruhrwerk (siehe Infokasten). Ruhrwerk steuert 8500 Euro dazu bei, um Honorarkräfte für die Flüchtlingsbetreuung zu beschäftigen. In Zeiten sprunghaft gestiegener Zahlen ein enorm wichtiger Betrag.

In der Unterkunft am Zechenring werden die Flüchtlinge, zusätzlich zur hauptamtlichen Sozialarbeit, mittlerweile seit Jahrzehnten auch ehrenamtlich betreut. Organisiert wird die Hilfe vom Arbeitskreis Zechenring, der von der Evangelischen Zionsgemeinde, der katholischen Kirchengemeinde St. Barbara, dem Eine-Welt-Zentrum, der Awo, Diakonie und Caritas getragen wird. Zum Vergleich: Waren um Sommer 2011 noch 37 Personen dort untergebracht, sind es zurzeit 150. Längst zählen Container zu den Unterkünften.

„Wir sind an Grenzen gekommen“

„Wir sind irgendwann wegen der steigenden Zahlen an Grenzen gekommen“, sagt Gerd Müller, der sich seit sieben Jahren ehrenamtlich engagiert. Hilfe kam von Ruhrwerk. „Wir setzen uns einmal im Jahr mit der Stadt zusammen und sprechen über Projekte“, erläutert die Ruhrwerk-Vorsitzende Cordula Klinger-Bischof, wie der Verein auf das Flüchtlingsheim am Zechenring aufmerksam geworden ist. Mit diesem Projekt weite der Verein seine Aktivitäten in den Bereich „Integration“ aus.

Mit den Projektgeldern werden seit Anfang August mit professionellen Honorarkräften die verschiedenen Bildungsangebote durchgeführt. Gerade die Flüchtlingskinder können so gefördert und gestärkt werden. Die ersten Ergebnisse können sich sehen lassen: Beim offenen Kindertreff entstehen farben- und motivfrohe Gemälde. Was angesichts der Herkunft mancher Kinder aus Kriegsgebieten wie Syrien durchaus bemerkenswert ist. Kunsttherapeutin Hanife Rexha betreut die Mädchen und Jungen.

Darüber hinaus werden Flüchtlingskinder, die Potenzial offenbaren, von Lehramtsstudentin Selina Engelhardt speziell gefördert. Sie berichtet von zwei Geschwistern aus Russland, die es eigener Kraft geschafft haben, von der Auffangklasse direkt auf die Realschule zu wechseln.

Darüber hinaus gibt es Angebote für Erwachsene, etwa die „Hoffnungsgruppe“. Dieser Erzähltreff hat mehrere Funktionen: Einerseits können die Flüchtlinge niederschwellig ihr Trauma bewältigen, andererseits sorgt der Austausch der Menschen untereinander für ein insgesamt besseres Klima in der Unterkunft, was am Ende wieder den Kinder zu gute kommt. Cordula Klinger-Bischof zeigte sich beim Besuch begeistert: „Die Arbeit hier läuft toll.“

 
 

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