Herner Symphoniker meisterten im Kuz auch Vertracktes

20 Jahre Herner Symphoniker: Elmar Witt leitete das Konzert zum Europatag im Kulturzentrum.
20 Jahre Herner Symphoniker: Elmar Witt leitete das Konzert zum Europatag im Kulturzentrum.
Foto: FUNKE Foto Services
Viel Beifall für das Konzert zum Europatag. Invitation Chor und Pianist Pascal Schweren bereicherten die Besetzung.

Herne..  Alljährlich garantiert das Galakonzert zum Europatag volle Reihen im Kulturzentrum. So war es trotz des herrlichen Wetters auch am Donnerstag. Die Herner Symphoniker unter ihrem Dirigenten Elmar Witt feierten gleichzeitig ihr 20-jähriges Bestehen, zu dem sie sich illustre Gäste einluden.

So war nicht nur der Pianist Pascal Schweren mit von der Partie, sondern auch der befreundete Invitation-Chor unterstützte das Orchester in zwei Werken. Die Komponisten Johannes Brahms und Ludwig van Beethoven lieferten dazu die Musik, die eine große Palette der Ausdrucksmöglichkeiten romantischer Musik offenbarte.

Nach der obligatorischen Europahymne, der „Ode an die Freude“, erklang die „Akademische Festouvertüre“ von Johannes Brahms, die durch sorgfältige Stimmeinteilung und gute dynamischer Bandbreite auffiel. Beeindruckend war die selten gespielte Fantasie für Klavier, Chor und Orchester Beethovens, in der der Pianist Pascal Schweren mit virtuosem Spiel und ausdrucksstarker Interpretation den Klavierpart meisterte. Das Orchester ließ dem Klavier seinen Raum, in dem es sich immer wieder zurücknahm, ohne die eigene Dynamik zu vernachlässigen und an den wichtigen Stellen seine gesamte Klangfülle zu entfalten.

Einen interessanten Part spielte bei diesem Werk der Chor, der mal mit kleiner Stimmenzahl, dann wieder vollstimmig gut mit Klavier und Orchester harmonierte, auch wenn wie in der einführenden Ode, hier und da stimmliche Ungenauigkeiten auftraten. Für die begeistert applaudierenden Zuhörer spielte Pascal Schweren als Zugabe den schwungvollen dritten Satz aus Beethovens Klaviersonate „Pathetique“.

Mit Beethovens Sinfonie Nr. 7 hatte sich das Orchester eine nicht leichte Aufgabe gestellt, vor allem was die rhythmische Struktur betrifft, und meisterte die Aufgabe vorbildlich. In sehr gutem Tempo bewältigten die Musikerinnen und Musiker des Orchesters die meisten rhythmisch vertrackten Stellen und konnten über das gesamte Werk die Spannung halten und beide Pole Beethovenscher Kompositionskunst anschaulich machen. Die unbändige Kraft seiner Musik genauso wie die lyrische Seite, z.B. in dem wunderbaren zweiten Satz oder im Mittelteil des Scherzos. Großen Anteil hatte daran Elmar Witt, der mit klaren Gesten jederzeit das Orchester sicher führte. Somit war der minutenlange Applaus am Ende verdient, bevor alle Mitwirkenden sich mit den Schlusstakten aus der Fantasie vom Publikum verabschiedeten.

EURE FAVORITEN