Herner Symphoniker gaben ein gut gelauntes Neujahrskonzert

Christian Ribbe moderierte gewohnt launig das Neujahrskonzert der Herner Symphoniker
Christian Ribbe moderierte gewohnt launig das Neujahrskonzert der Herner Symphoniker
Foto: WAZ FotoPool / Olaf Ziegler
Ein bisschen Schabernack gehört beim traditionellen Neujahrskonzert der Herner Symphoniker im Kulturzentrum einfach dazu. Christian Ribbes launige Moderation und ein zu Späßen aufgelegter Dirigent Elmar Witt verliehen auch diesmal der Veranstaltung die besondere Note.

Herne..  Festlich ging es beim Neujahrskonzert der Herner Symphoniker im Kulturzentrum zu. Dabei kommt traditionell der Spaß nicht zu kurz. Moderator Christian Ribbe, der Musikschulleiter, sorgte nicht nur für eine Einführung in die dargebotenen Orchesterwerke, sondern auch für ausgelassene Stimmung.

„Haben Sie gesehen, wie temperamentvoll Elmar Witt das spanische Stück dirigiert hat? Er wollte eigentlich Stierkämpfer werden, doch die Kuh von Bauer Ewald wollte nicht,“ witzelte er. Tatsächlich interpretierte der Dirigent Émile Waldteufels „España“ feurig mit rhythmischem Tamburin und Kastagnetten. Unter dem Motto „Wussten Sie schon, dass?“ erfuhr das Publikum über den eher unbekannten Komponisten, dass dessen Billardpartner niemand geringerer als Otto von Bismarck war.

Ebenso spanisch mutete die erste „Carmen Suite“ von Offenbach an, in der das Orchester den Kastagnetten-Rhythmus imitierte („Aragonaise“). Das pompöse und nach vorn schreitende weltberühmte Thema der „Toréadors“, das den Stierkampf thematisch aufgreift, erntete großen Applaus.

Musikalische Parallelen

Im klug ausgewählten Programm waren jede Menge musikalische Parallelen zu finden. So riss das Publikum der Galopp-Rhythmus in von Suppés „Leichter Kavallerie“ derart hin, dass es diesen prompt freudig mitstampfte. In Rossinis „Diebischer Elster“ gab es geradezu augenfällige schwungvolle Flügelschläge. Wunderschön!

Eine Art Silvesterknaller hatte Johann Strauss‘ „Explosions-Polka“ als Krönung, in der gleich mehrere perkussive Schläge in einen heiteren Tanz der Streicher eingebaut waren. Vor dem Knall warnte der fürsorgliche Moderator und scherzte „Für die erste Reihe haben wir Schutzbrillen verteilt.“

So viel „Tamtam“ wusste man jedoch auch mit ruhigen Orchesterwerken zu kontrastieren! Schwelgende Walzer und beschwingte Polkas von Strauss sorgten, wie so typisch an Silvester, für eine festliche Note.

Auch diesmal dankte der Moderator der Herner Sparkasse für das Sponsoring sowie dem ersten Vorsitzenden Gerald Gatawis für die Organisation.

Eine große Familie

Nicht nur bei dem „sinfonischen Intermezzo“ von Pietro Mascagni mit lyrischen Streichern ging das Herz auf, sondern auch bei der familiären Organisation des rundum gelungenen Konzertes, das viele Familienangehörige im Publikum begrüßte. Die Tradition beinhaltet ebenso, dass Dirigent Elmar Witt auch für den einen oder anderen Scherz zu haben ist. So schmetterte er in der Zugabe überraschend selbst in die Trompete. Hohes Niveau mit Schlitzohrgarantie!

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