Herner SPD-Fraktion fordert Erhalt des Fördergerüsts in Wanne

Redaktion
Vor dem Abriss? Das denkmalgeschützte Pluto-Ensemble Schacht 3 mit dem Doppelbockgerüst.
Vor dem Abriss? Das denkmalgeschützte Pluto-Ensemble Schacht 3 mit dem Doppelbockgerüst.
Foto: Ralph Bodemer , Archiv
Die Ruhrkohle AG will das Fördergerüst auf Pluto und zwei Hallen abreißen. SPD und Heimatforscher fordern den Erhalt des Denkmals.

Wanne-Eickel.  Die Ruhrkohle AG will auf Zeche Pluto das Fördergerüst, die Schachthalle und das Fördermaschinenhaus abreißen lassen. Die Stadt berichtete am Donnerstagabend im Planungsausschuss, dass der Konzern den Antrag gestellt habe, das Ensemble an der Wilhelmstraße aus der Denkmalliste zu nehmen. Die RAG habe ein entsprechendes Gutachten vorgelegt.

„Wir haben den Antrag bereits im vergangenen Jahr gestellt“, sagt RAG-Sprecher Christof Beike der WAZ. Zumindest das Fördermaschinenhaus die und Schachthalle seien nicht zu retten und schon gar nicht denkmalgerecht wiederherzustellen. Es bestünden erhebliche Gefahrenpunkte, auch beim Schachtgerüst. Aus Sicht des Gutachters gebe es dringenden Handlungsbedarf. Die Nähe zur Wohnbebauung erhöhe noch das Risiko.

Dass die RAG nichts gegen den Verfall des Denkmals unternommen habe, lässt Beike nicht gelten. Teile des Komplexes seien wohl schon 1999 marode gewesen.

„Das ist aus Denkmalschutzgründen eine schlechte Nachricht“, sagt Karlheinz Friedrichs zur WAZ. Schließlich stelle das Ensemble ein Stück Stadtgeschichte für den Bezirk Wanne dar.

Wie geht es weiter? In dem denkmalrechtlichen Erlaubnisverfahren treffe die bei der Stadt angesiedelte Untere Denkmalbehörde im Einvernehmen mit dem Westfälischen Denkmalamt Münster die Entscheidung, so der Dezernent. „Sollte es keine Einigung geben, ist letztlich der Minister zuständig.“

So weit ist es noch nicht. Der SPD-Ratsfraktions-Chef Udo Sobieski appelliert an die RAG, über die Zukunft der Schachtanlage und insbesondere des Förderturms „nicht vorschnell oder gar leichtfertig“ zu entscheiden. „Es wäre überaus bedauerlich, sollte der Förderturm als Wahrzeichen für den Ortsteil und als Symbol der Industriekultur aus der Bickerner Skyline verschwinden“, so Sobieski.

Doppelbockgerüst steht auch auf Zollverein

Die Bevölkerung identifiziere sich mit dem aus der Feder des bedeutenden Architekturbüros Schupp und Kremmer entstandenen alten Doppelbockgerüsts. Dieses ziere bekanntlich auch die Zeche Zollverein und das Deutsche Bergbau-Museum. Auch Frank Sichau von der Gesellschaft für Heimatkunde Wanne-Eickel fände es sehr schade, wenn der Förderturm fallen würde: „Der ganze Stadtteil hat einmal vom Bergbau und der Zeche gelebt.“ Die Historie rücke immer mehr in den Hintergrund, kritisiert er. Seine Anregung: „Vielleicht kann die RAG-Stiftung hier unterstützend wirken.“