Herner sollen Bundesregierung ihre Wünsche mitteilen

Der Startschuss für den Bürgerdialog „Gut leben in Deutschland“ fiel am Montag im Berliner Gasometer.
Der Startschuss für den Bürgerdialog „Gut leben in Deutschland“ fiel am Montag im Berliner Gasometer.
Foto: dpa
Auch die Herner sollen der Bundesregierung ihre Wünsche mitteilen: Bei einem Dialog am 20. Mai. Der Auftakt fand am Montag in Berlin statt.

Herne..  „Gut leben in Deutschland – Was uns wichtig ist“: So lautet das neue Motto der Bundesregierung. Im Frühjahr und Sommer lässt sie Menschen in Deutschland nach ihren Wünschen befragen. Bei der Auftakt-Veranstaltung mit Bundeskanzlerin Merkel und ihrem Vize Gabriel am Montag in Berlin war auch Martin Domke, Chef des Herner Eine Welt Zentrum, dabei. Das Ganze, sagt der Pfarrer, sei ein neuer Versuch aus Politik und Parlament, mit Bürgern ins Gespräch zu kommen. Domke, seit 2002 Geschäftsführer des Eine Welt Zentrum, war als Vertreter des Forums Menschenrechte bei der Auftaktveranstaltung im Berliner Gasometer dabei. Bundeskanzlerin Merkel und Wirtschaftsminister Gabriel begrüßten die beteiligten Organisationen, zu denen auch das Herner Zentrum für Menschenrechte gehört.

Kluft soll verkleinert werden

Politik wolle sich der Lebenswirklichkeit vor Ort stellen, berichtet Domke. Und: Die Kluft zwischen Bürgern und Politik soll verkleinert werden, so das Ziel der Bundesregierung. Geplant seien nun rund 150 Gespräche im ganzen Land, dabei, so Domke, „sollen unabhängige wissenschaftliche Ergebnisse herausgearbeitet werden“. Diese seien dann Grundlage für die Bundesregierung, ihre Schwerpunkte zu überdenken. In Herne soll der Dialog am Mittwoch, 20. Mai, stattfinden, kündigt Domke an. Eingeladen seien insbesondere Menschen mit Migrationshintergrund. Konkrete Fragen könnten sein: „Wie sehen sie ihr Leben in Deutschland, wo sie ja zum Teil seit etlichen Jahren leben? Was wünschen sie sich, was muss anders werden, damit sie in Deutschland gut leben können? In dem Dialog sollen die Fragen nicht etwa von Experten beantwortet werden, sondern von den betroffenen Menschen selbst, sagt der Pfarrer.

Domke, Jahrgang 1956, begrüßt die Idee aus Berlin, zeigt sich aber skeptisch. „Wenn bei der Auftaktveranstaltung vor allem von dem guten Willen der Politik, aber so gut wie gar nicht von den zum Teil sehr schwierigen Lebensbedingungen vor Ort gesprochen wird, ist das nicht unbedingt ein Zeichen für ein wirklich offenes Gespräch“, kritisiert er. Und: Die Teilnahme vieler Menschen am gemeinsamen Leben vor Ort bleibe gerade in einer Bevölkerung aus vielen Nationen und Kulturen eine Herausforderung. „Das wissen wir in Herne und im ganzen Ruhrgebiet sehr genau“, so Domke. Er hofft, dass in der Politik nicht schon zum Auftakt feststehe, was am Ende als Ergebnis verkündet wird.

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