Herner Schwestern erobern YouTube mit witzigen Videos

Sie erzählen bei Youtube aus ihrem Leben: (v.l.) Refha, Simav, Lilav, Lava, Dua und Ayschan Fares, hier in der Akademie Mont Cenis.
Sie erzählen bei Youtube aus ihrem Leben: (v.l.) Refha, Simav, Lilav, Lava, Dua und Ayschan Fares, hier in der Akademie Mont Cenis.
Foto: FUNKE Foto Services
Die Fares, sechs junge Deutsch-Syrerinnen aus Herne, präsentieren Video-Botschaften im Internet. Die witzigen Filme kommen beim Publikum gut an.

Herne.. 26.000 Aufrufe auf YouTube, über 500 Abonnenten, in der Kategorie „Komödie“ beheimatet – sechs junge Deutsch-Syrerinnen aus Herne-Mitte wirbeln mit witzigen Videos den beliebten Kanal der sozialen Medien auf.

Sie heißen „Die Fares“, das sind Lava, Lilav, Simav, Dua, Refha und Ayschan. Die kleinste Schwester ist noch zu jung, kann es aber kaum abwarten, bis sie bei dem Projekt mitwirken darf. Einen Bruder haben die Schwestern auch, Ahmet, doch der darf nicht mitmachen. „Das ist schließlich ein Schwesternprojekt“, sagt Refha mit einem Augenzwinkern. Hinter der Kamera ist er aber aktiv dabei und unterstützt die Geschwister mit Tipps und Verbesserungsvorschlägen.

Den Hype um ihre lustigen Videos, zum Beispiel über die fünf Arten von Geschwistern, haben sie in dieser Form nicht erwartet. „Wir wollten in erster Linie Spaß haben und unser gemeinsames Hobby zusammen ausleben. Dabei haben wir einfach nur über uns selbst gelacht.“ Dies sieht der Zuschauer auch sehr deutlich, wenn die Schwestern sich zum Beispiel selbst beschreiben, mit ihren ganz persönlichen Macken und Stärken.

Es geht bei den Videos aber auch einfach um alltägliche, skurrile Situationen. Etwa bei der Beschreibung von unterschiedlichen Nachbartypen – von neugierig über aufdringlich bis pingelig. Herumgesprochen hat sich der Fares-Kanal über Freunde und Weiterempfehlungen. „Die meisten unserer Fans kennen wir gar nicht“, erklärt Ayschan. Wie so häufig bei Aktivitäten in den sozialen Kanälen gibt es neben Lobworten auch Hass-Botschaften. Doch das ignorieren die Geschwister. „Damit haben wir gerechnet. Aber zum Glück bekommen wir neben Drohungen auch viele positive Botschaften, da waren sogar schon Heiratsanträge dabei“ sagt Lava, mit 23 Jahren die Älteste der Geschwister. Und zudem überwiegten die positiven Kommentare deutlich.

Eltern flohen vor 16 Jahren

Der Zusammenhalt in der Großfamilie sei stark. „Das ist selbstverständlich“, erklärt Lilav. Vor 16 Jahren flohen die Eltern, die kurdischer Abstammung sind, aus politischen Gründen nach Deutschland ins Ruhrgebiet. Wie sich Flüchtlinge fühlen, können sie sehr gut nachvollziehen. Daher engagieren sie sich aktiv für Flüchtlinge. Lilav etwa arbeitet neben ihrer Ausbildung zur kaufmännischen Assistentin ehrenamtlich in einem Bochumer Flüchtlingsheim. „Die Situation ist sehr traurig. Ich kann die Bedenken vieler Mitmenschen verstehen, aber ich weiß auch, wie es ist, wenn man verfolgt wird, weil man einer Minderheit angehört“, erklärt sie.

Das Zusammenleben mit Flüchtlingen ist für die Geschwister nichts ungewöhnliches. In dem Hochhaus in der Herner Innenstadt, wo die Familie auf zwei Wohnungen verteilt lebt, sind auch seit ein paar Monaten syrische Flüchtlinge untergebracht. „Denen helfen wir natürlich, wo wir können“, erklärt Refha.

Das Ende der YouTube-Karriere sehen die Fares-Schwestern noch lange nicht. So hätten sie noch jede Menge Ideen und lustige Spinnereien im Kopf.

 
 

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