Herner Schülerschaft sagt „No“ zu Rassismus

Die Schüler fotografierten sich mit ihren Bananen in der Aufstelung des englischen Wortes "NO".
Die Schüler fotografierten sich mit ihren Bananen in der Aufstelung des englischen Wortes "NO".
Foto: WAZ FotoPool
Die Schüler des Berufskollegs am Westring sagen „Nein“ zu Rassismus. Nach dem Vorbild zahlreicher Prominenter fotografierten sie sich beim Essen einer Banane. Auslöser für die Aktion war die rassistische Bananen-Attacke auf Barcelonas Fußballspieler Dani Alves Ende April.

Herne.  Die Bananen-Attacke auf Barcelonas Fußballspieler Dani Alves hat Ende April für grenzenlose Entrüstung der Fans gesorgt – und für große Resonanz in den sozialen Netzwerken. Die Schülerschaft des Berufskollegs für Wirtschaft und Verwaltung sowie des Wirtschaftsgymnasiums der Stadt Herne schloss sich der Aktion „Selfies gegen Rassismus“ gestern an.

Nachdem Alves während des Spiels mit einer Banane beworfen worden war, veröffentlichte sein Teamkollege Neymar, der an dem Tag aufgrund einer Verletzung nicht spielte, auf Twitter ein Foto von sich und seinem Sohn mit je einer Banane. Sein Aufruf dazu lautete: „Wir sind alle Affen, wir sind alle Gleich. Nein zu Rassismus!“ Binnen kürzester Zeit wurden die so genannten Bananen-Selfies mit dem Hashtag #weareallmonkeys zum neuen Internettrend.

„Nein“ zu Rassismus

In der ersten Pause um neun Uhr früh trafen sich für die Bananen-Aktion rund 300 Jugendliche auf den Schulhof am Westring. Ausgestattet mit je einer Banane positionierten sie sich in Form des Wortes „No“ (engl.: Nein) und sagten so in Form eines Gruppenfotos „Nein“, zu Rassismus.

Berufskolleg und Wirtschaftsgymnasium tragen das Siegel „Schule gegen Rassismus. Schule mit Courage.“ Diese Haltung ist auch im Denken der Schülerschaft fest verankert. „Wir wollen hier keinen Rassismus haben“, äußert sich Fachabiturient Tolga Temel entschlossen.

Seine Mitschülerin Fabienne Goede hat den Leitspruch der Schule ebenfalls verinnerlicht. „Selbst, wenn die Leute größer sind als man selbst und man ein bisschen Angst hat, kann man immer wenigstens den Mund aufmachen“, sagt die 19-Jährige. Vor allem in der Öffentlichkeit solle man davor keine Scheu haben.

Christiane Kunstmann, Koordinatorin der Initiative „Schule ohne Rassismus“ am Berufskolleg, freut sich über die gute Resonanz der Schüler auf die Bananen-Aktion. „Dass so viele mitgemacht haben, ist echt ein Statement“, sagt sie. Die Schule engagiere sich bereits seit mehreren Jahren gegen Rassismus.

 
 

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