Herner Projekte wurden ausgezeichnet

Herne. Zwei Projekte der Erich-Fried-Gesamtschule wurden ausgezeichnet: „Kohlengräberland“ und „KulturhauptPott“.

Kultur schreibt die Erich-Fried-Gesamtschule groß. Seit 1997 bietet sie das Unterrichtsfach „Kohlengräberland“ an – einzigartig im Land. Die Schüler sprechen dabei unter anderem mit Zeitzeugen über die Regionalgeschichte, den Strukturwandel und die Revierkultur, seit 2001 bringen sie ihre Eindrücke zudem in Rezitationen, Szenen, Liedern und Tanztheater auf die Bühne oder auf Videobänder. Jetzt wurde „Kohlengräberland“ beim Wettbewerb „Kinder zum Olymp!“ in Berlin ausgezeichnet.

„Kinder zum Olymp!“, das ist ein bundesweiter Wettbewerb der Kulturstiftung der Länder in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bank-Stiftung. „Kinder und Jugendliche sollen die Möglichkeit erhalten, sich aktiv in kulturellen Projekten zu engagieren und eigene künstlerische Erfahrungen zu sammeln“, erklärt Projektleiterin Margarete Schweizer.

Es war während der Proben in der Aula, als „Kohlengräberland“-Projektleiter Ulrich Kind einen Anruf von Margarete Schweizer erhielt. Sie teilte ihm mit, dass das Projekt im Rahmen des Wettbewerbs ausgezeichnet wird. Die Jury fand, dass es ein Musterbeispiel für lebendige Beschäftigung mit Geschichte sei. „Der Jubel war sehr groß bei den Schülern“, so Kind.

Damit nicht genug: Die Schule hatte sich mit einem weiteren Projekt für den Wettbewerb beworben – ebenfalls erfolgreich. Das 2001 gegründete „Zeitgeist-Ensemble Ruhr“ wurde für sein Programm „KulturhauptPott“ Bundespreistäger in der Sparte Musiktheater (Klasse 10-13). „Auf einmal klingelte mein Handy noch einmal, und wieder war Frau Schweizer am anderen Ende. Darauf war die Freude noch viel größer bei den Schülern“, schmunzelte Kind.

Seit dem Schuljahr 2005 erarbeitete das Ensemble jahrgangsübergreifend und unter Beteiligung ehemaliger Schüler das Musik-Kabarett-Programm „KulturhauptPott“. In Zusammenarbeit mit dem Duisburger Liedermacher Frank Baier entstand so ein Programm, das über die Schulgemeinde hinaus öffentliche Beachtung findet.

18 Schüler sowie die beiden Projektleiter Isa Tappenhölter und Ulrich Kind sind nun nach Berlin gefahren, um die Auszeichnungen entgegenzunehmen. „Wir sind mit dem Zug gefahren, und da wir direkt zur Verleihung gegangen sind, mussten wir uns im Zug umziehen. Es war ein unvergessliches Erlebnis, über den roten Teppich am Konzerthaus gehen zu dürfen und natürlich den Kinderstar Juri Tetzlaff zu begegnen“, berichtete Lisa Krischker, eine ehemalige Schülerin. Sie nahm zusammen mit Kind den Preis für das Zeitgeist-Ensemble Ruhr entgegen. Die beiden Projekte gewannen jeweils eine Urkunde und 1000 Euro Siegerprämie.

Neben dem „Kultur-Oscar für Deutschland“, wie Kind sich ausdrückte, wurde das Zeitgeist-Ensemble beim Bundeswettbewerb Demokratisches Handeln gleich noch einmal ausgezeichnet: Lisa Krischker kam gerade von der Preisverleihung nach Hause und durfte einen Tag später wieder nach Berlin, zum Tag der Talente. Auf der dreitägigen Veranstaltung mit Vorträgen und Workshops zeichnete Ministerin Annette Schavan die Teilnehmer für ihre herausragenden Leistungen aus. „Es war einfach cool, da man Leute trifft, die man sonst nicht sehen würde“, so Lisa Krischker.

 
 

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