Herner Pottfiction Ensemble stellt Theatergewohnheiten auf den Kopf

Das Pottfiction Ensemble des Theaters Kohlenpott: Kai Soni, links, und Oskar Koch in den Flottmann-Hallen.
Das Pottfiction Ensemble des Theaters Kohlenpott: Kai Soni, links, und Oskar Koch in den Flottmann-Hallen.
Foto: FUNKE Foto Services
„Cocoon - Die Zukunft ist rosig“ spielt vielschichtig mit den Erwartungen des Publikums: ein stimmungsvolles Erlebnis.

Herne..  Das Theater sorgt für klare Verhältnisse. Auf der Bühne agieren die Darsteller, es gibt etwas zu sehen, das Publikum schaut zu. Das Herner Pottfiction-Ensemble stellt diese stabilen Strukturen auf den Kopf und schüttelt sie mit großer Lust, bis die Seh- und Denkgewohnheiten aus dem Schema herausfallen.

Nichts an diesem Premieren-Abend in den Flottmann-Hallen entspricht den Regeln der heilen Theaterwelt. Das Publikum hat das Geschehen nicht immer vor Augen, mal müssen die Gäste die Köpfe wenden, um etwas zu sehen, mal ist die Bühne in Dunkel gehüllt, wo ein Schlagzeug heftig malträtiert wird. Weiter gehts! Die Besucher können sich nicht zurücklehnen, die Produktion unter dem Titel „Cocoon - Die Zukunft ist rosig“ versetzt sie in Bewegung. In Gruppen werden sie von einem Schauplatz im weitläufigen Gebäude zum nächsten geführt, es geht treppauf und treppab, die Wege kreuzen sich.

Zurück bleibt manch’ ungelöstes Rätsel, und Entscheidungen stehen an: Mitgehen oder bleiben, zuhören oder verzichten, aktiv oder passiv ... Die Erwartungshaltung des Zuschauers spielt die Hauptrolle, sie wird nie auf schlichte Weise bedient, sondern gedreht, gewendet und an der Nase herumgeführt. Denn das Pottfiction-Team liefert kein Schauspiel ab, sondern kleidet Fragestellungen in Form von Spielszenen: Was wollt ihr hier, was erwartet ihr? Erbauung oder Desillusionierung? Und was tun wir - die Welt retten oder uns selbst? Aber keine Sorge, sie wollen nur spielen ... mit Illusionen, Erwartungen und doppeltem Boden, mit Überraschungen und Ironie. Der angekündigte „performative In- und Outdoor-Wohlfühlabend“ ist ungefährlicher, vielschichtiger und interessanter, als der sperrige Untertitel verheißt, und obendrein ein stimmungsvolles Erlebnis.

Der Kölner Regisseur und Schauspieler Manuel Moser hat „Cocoon“ gemeinsam mit 15 Jugendlichen des Herner Pottfiction-Ensembles entwickelt.

Die nächsten Vorstellungen: Samstag 10. Oktober, 19 Uhr, und Sonntag, 11. Oktober, um 18 Uhr.

 
 

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