Herner Paketbote soll 14-Jährige vergewaltigt haben

Ein Paketbote aus Herne steht wegen Vergewaltigung und sexuellem Missbrauch vor Gericht.
Ein Paketbote aus Herne steht wegen Vergewaltigung und sexuellem Missbrauch vor Gericht.
Foto: Kurt Michelis
Am Rande eines Zechgelages soll ein Herner Paketbote eine Jugendliche vergewaltigt haben. Beim Prozessauftakt am Landgericht legte der 44-Jähriger ein Teilgeständnis ab.

Herne.. Die Vorwürfe sind schockierend: Vor eineinhalb Jahren soll ein Paketbote (44) am Rande eines Trinkgelages in seiner Wohnung in Herne-Mitte eine betrunkene und schlafende Schülerin vergewaltigt haben. Das Mädchen war damals erst 14 Jahre alt. Seit Mittwoch beschäftigt der Fall das Bochumer Landgericht.

Zum Prozessauftakt vor der 5. Jugendschutzkammer legte der 44-Jährige ein Teilgeständnis ab. „Ich habe einen schweren Fehler gemacht“, hieß es in einer von Verteidiger Heinrich Kill im Namen des Angeklagten verlesenen Erklärung. Und weiter: „Wenn ich könnte, würde ich es ungeschehen machen.“ Der Aushilfs-Paketbote will in der fraglichen Nacht selbst stark angetrunken („Eine halbe Kiste Bier war weg“) gewesen sein. Beim Zubettgehen habe er das schlafende Mädchen zwar intensiv an den Brüsten, am Po und im Intimbereich angefasst – aber keinesfalls vergewaltigt. „Ich hatte meine Boxershorts zu keinem Zeitpunkt ausgezogen“, beteuerte der Angeklagte über seinen Anwalt.

Zechgelage in einer Wohnung

Der Vorfall geht zurück auf den 18. April 2015. Die Schülerin war am Vorabend mit einer Gruppe von Jugendlichen bei dem Angeklagten aufgetaucht. Was sich in den ersten Stunden danach in der Wohnung unweit vom Grenzweg abspielte, nannte die Anklage „Zechgelage“. Ganz offensichtlich floss im Wohnzimmer der Alkohol hemmungslos und in Strömen. Laut Anklage brach die damals 14-Jährige im Verlaufe der Trinkparty betrunken zusammen, lag regungslos am Boden, musste sich übergeben. Ihre Freunde hievten sie daraufhin zum Ausnüchtern in das Bett des nebenan gelegenen Schlafzimmers des Angeklagten. Dort soll die Schülerin kurz danach von dem 44-Jährigen ausgezogen und vergewaltigt worden sein. Zwei Freundinnen hatten laut Anklage vom Wohnzimmer aus verdächtige Laute gehört und waren in das Schlafzimmer gelaufen. Erst in diesem Augenblick soll der Angeklagte den Geschlechtsverkehr mit dem Mädchen beendet haben.

Vernehmung unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Wer lügt, wer sagt die Wahrheit? Die Vernehmung der heute 16 Jahre alten Schülerin fand aus Opferschutzgründen ohne Öffentlichkeit statt. „Sie möchte mit dem Verfahren so wenig wie möglich zu tun haben“, hatte Nebenklageanwalt Karl-Heinz Göder zu Prozessbeginn den Richtern mitgeteilt. Die Anklage lautet auf Vergewaltigung und sexuellen Missbrauch widerstandsunfähiger Personen. Im Falle einer Verurteilung nach Anklage drohen dem Herner mindestens zwei Jahre Haft. Der Prozess wird fortgesetzt.

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