Herner Mieter sollen Hausmeister bezahlen

Ärger mit Nebenkostenabrechnungen. Cornelia Haritz (52) und der Rechtsanwalt Joachim Heinz (54).
Ärger mit Nebenkostenabrechnungen. Cornelia Haritz (52) und der Rechtsanwalt Joachim Heinz (54).
Foto: Haenisch / Funke Foto Services
Die Treureal Property Management berechnet seit ihrer Übernahme der Wohnungen von der Gebau/Preussag Extrakosten. Mieter beschweren sich.

Herne.. Nicht schlecht staunten die Mieter, als sie ihre Nebenkostenabrechnung in den Händen hielten. Eine Zeile in dem Schreiben verweist auf die Leistung eines Hauswarts – einen Menschen, den sie laut Rechtsanwalt Joachim Heinz niemals in Anspruch genommen hatten. „Zwischen 200 und 300 Euro sollen die Mieter für diese Dienst nun zahlen“, so der Rechtsanwalt empört und wälzt die vielen, vielen Akten, die in den vergangenen Monaten beim Mieterschutzverein an der Eschstraße 35 eingegangen sind.

Cornelia Hartiz, 1. Vorsitzende des Vereins bestätigt. „Glücklicherweise haben die Mieter den Weg zu uns gewagt. Oftmals trauen sich ja vor allem ältere Menschen nicht zu protestieren. Sie zahlen oftmals aus Angst, ihre Wohnung zu verlieren“, weiß Cornelia Haritz aus Erfahrung. Eine Sorge, die, wie sie betont, vollkommen unbegründet sei.

Bis zum Wechsel gab’s keine Probleme

Betroffen sind fast 100 Mieter aus Horsthausen. Früher waren die einstigen Zechenwohnungen im Besitz der Preussag. Um die Verwaltung kümmerte sich bis zum 31. Oktober 2013 die Gebau Vermögen GmbH. Probleme gab es bis dato offensichtlich keine. Dann der Wechsel: Ab dem 1. November ging die Verwaltung in die Hände von Treureal Property Management GmbH. Ab diesem Zeitpunkt kommt der Hausmeister ins Spiel.

„Zum einen verstehe ich nicht, warum für das komplette Jahr ein Hauswart in Rechnung gestellt wird“, so Heinz. Denn de facto hatte es vor der Übernahme, also vor dem 1. November 2013, keinen Hauswart – und somit auch keine Verweis in der Nebenkostenabrechnung über einen solchen gegeben. Und selbst wenn die Treureal in Eigenregie einen eingestellt hätte, so habe sie das im Mietvertrag mitzuteilen, erklärt der Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht. „Im Mietvertrag hätte die Möglichkeit bestanden, einen Hausmeister anzulegen. Davon wurde aber kein Gebrauch gemacht.“

Einige Mieter berichten allein von Aushängen im Hausflur, die auf die Handynummer eines Hauswarts hingewiesen hätten. Gesehen wurde aber niemand. Auf Anfrage des Mieterschutzvereins habe die Treureal in Herne keine Reaktion von sich gegeben. „Ich denke über eine Anzeige wegen Verdacht auf Betrug nach“, so Anwalt Heinze.

Das sagt die Treu Real

Die Treu Real gab eine schriftliche Stellungnahme ab und schreibt: „Wir betreuen diese Wohnungsbestände als Verwalter seit 1. November 2013. Die Betriebskostenabrechnung für das Jahr 2013 wurde von uns auf der Grundlage der Unterlagen erstellt, die uns die Eigentümer bzw. die Vorverwaltung übergeben haben.

Die von den Mietern an Hand der Widersprüche zu der Abrechnung monierten Beträge im Bereich Hausmeisterservice wurden 2013 für die Bewirtschaftung aufgewendet. Hierzu liegen uns Rechnungen und Unterlagen vor, sowohl für den Zeitraum vom 1.1. 2013 bis 31.10. 2013 wie auch den Zeitraum ab 1.11. 2013.

Man habe korrekt abgerechnet

Darüber informieren wir sowohl die Mieter, die mit Hinweis auf die Hausmeisterkosten Widerspruch einlegen, wie auch den Mieterschutzverein. Durch die Widersprüche der Mieter zur Betriebskostenabrechnung 2013 wissen wir, dass diese Kostenposition in der Betriebskostenabrechnung 2012 nicht erhalten war.

Warum diese 2012 nicht abgerechnet wurde, wissen wir nicht, da diese Abrechnung von der Vorverwaltung erstellt wurde. Zusammengefasst stellt sich die Situation also folgendermaßen dar: Bis Ende 2012 wurde die Kostenposition nicht abgerechnet; warum, ist uns unbekannt. Für das Jahr 2013 wurde von uns entsprechend der angefallenen Kosten im Hausmeisterbereich richtig abgerechnet.“

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