Herner lassen im Hospiz Haare für den guten Zweck

Zahlreiche Herner ließen gestern Haare für den guten Zweck.
Zahlreiche Herner ließen gestern Haare für den guten Zweck.
Foto: FUNKE Foto Services
Das Lukas-Hospiz verwandelte sich am Montag für einige Stunde in einen Friseursalon. Zahlreiche Herne ließen sich für den guten Zweck frisieren.

Herne..  Vielleicht wird es ja jetzt etwas mit echtem Sommerwetter – jetzt, da sich gestern zahlreiche Herner einen Urlaubshaarschnitt haben machen lassen. Das mag auf den ersten Blick nichts Ungewöhnliches sein, ungewöhnlich war der Ort: Für ein paar Stunden verwandelte sich das Lukas-Hospiz in einen Friseursalon.

Die Idee für diese haarige Spendenaktion – bei der alle Beteiligten quasi sprichwörtlich gut abschnitten – spukte Hospiz-Leiterin Anneli Wallbaum schon seit Jahren im Kopf herum. Nun hat sie sie endlich umsetzen können. Unterstützung holte sie sich von Andreas Janik. Der Inhaber des Friseurgeschäfts an der Altenhöfener Straße ist dem Hospiz schon seit den Anfängen verbunden. Auch dort steht eins der dickbäuchigen Spendenschweine. Janik fragte einige Kollegen, ob sie mitmachen – und so rückte gestern ein halbes Dutzend Friseure mit Scheren, Kämmen und Langhaarschneidern an. Auf Kundschaft mussten sie nicht lange warten, die Liste mit den Anmeldungen war umfangreich. Auch Daisy Rollnik ließ sich frisieren – was in ihrem Fall ein großes Wort ist. Eigentlich habe sie keinen neuen Haarschnitt gebraucht, doch für den guten Zweck ließ sie ein wenig die Spitzen nachschneiden. Die 24-Jährige kennt das Hospiz bereits von anderen Aktionen, deshalb war es für sie keine Frage, mitzumachen.

Wer nicht sofort an die Reihe kam, konnte während der Wartezeit seine lokalhistorischen Kenntnisse auffrischen. Grund: Andreas Janik ist Vorsitzender des Historischen Vereins „Hün un Perdün“. So hatte er – mit Unterstützung des Stadtarchivs – eine kleine Ausstellung zum Namensgeber der Jean-Vogel-Straße zusammengestellt. Die Besucher erfuhren Erstaunliches: Das beginnt schon mit der Aussprache des Namens. Der wird nämlich nicht französisch ausgesprochen, sondern wie „Jahn“. Auch das ist noch nicht die ganze Wahrheit. Vogel hieß ursprünglich Johannes mit Vornamen. „Allerdings wissen wir nicht, wann er sich umbenannt hat“, so Janik.

Reichtum durch eine Ziegelei

In Jean Vogels Leben (1857 bis 1938) finden sich eine Fülle von unterschiedlichsten Stationen: Mitglied im Garderegiment, Bremser bei der Köln-Mindener, Bergmann auf Mont-Cenis, Betreiber der Gaststätte Germania auf der Bahnhofstraße. Mit einer Ziegelei brachte er es zu Reichtum – so dass er schon mit Mitte 40 das Rentnerdasein beginnen konnte.

Von 1897 bis 1924 gehörte er dem Rat der Stadt Herne an, auf Grund seines umfangreichen Wirkens erhielt er den Titel Stadtältester. Schon zu Lebzeiten wurde eine Straße nach ihm benannt: die heutige Viktor-Reuter-Straße. Was zu der Frage führt, wie die heutige Jean-Vogel-Straße früher hieß: Bachstraße.

Spenden sind eine wichtige Säule bei der Finanzierung

Spenden stellen eine wesentliche Säule in der Finanzierung des Hospizes dar. Nach der gesetzlichen Regelung übernehmen die Krankenkassen 90 Prozent der Kosten, 10 Prozent müssen über Spenden gedeckt werden. Allerdings war der Eigenanteil in den vergangenen Jahren auf bis zu 40 Prozent gestiegen. 2014 erreichte das Hospiz eine bessere Finanzierung durch die Krankenkassen. Die nächste große Spendenveranstaltung ist am 17. September: das 9. Spenden-Radeln. Spendenverbindung: Förderverein Lukas-Hospiz Herne e.V., IBAN: DE87 4325 0030 0001 0710 00, BIC: WELADED1HRN, Herner Sparkasse

EURE FAVORITEN

Weitere interessante Artikel