Herner Künstlerbund zeigt Jahresausstellung im Rathaus

Edelgard Sprengel, Kemal Balkan, Rolf Pötter, Gisela Collenburg und Eva Stotz (v.l.) hängen die Arbeiten des Herner Künstlerbundes im Herner Rathaus.
Edelgard Sprengel, Kemal Balkan, Rolf Pötter, Gisela Collenburg und Eva Stotz (v.l.) hängen die Arbeiten des Herner Künstlerbundes im Herner Rathaus.
Foto: Rainer Raffalski
  • Die Künstlerinnen und Künstler haben zum achten Mal das Rathaus für ihre Jahresschau ausgewählt
  • Auffällig viele Ausstellende haben sich mit Collagen beschäftigt
  • Mit der jungen Illustratorin Annika Nimz ist auch ein neues Mitglied vertreten

Herne..  Zum achten Mal lädt der Herner Künstlerbund zu seiner diesjährigen Jahresausstellung in das Herner Rathaus ein. Es ist wieder eine vielseitige Präsentation geworden.

Auffällig viele Künstlerinnen und Künstler zeigen in diesem Jahr Collagen. Man habe sich aber nicht vorher abgesprochen, wird versichert. Kasimir Rajkowski etwa arbeitet schon immer mit Collage-Elementen. In seinen Werken nutzt er Altpapiere, die er zu abstrakten Gebilden formt. Monika Wohling bettet in ihre farbigen Kompositionen alte Fundstücke aus Holz oder Metal ein. So erweitert sie die Malerei zu in den Raum greifenden Bildobjekten.

In Helmut Kottkamps Arbeiten werden Alltagsgegenstände zu phantastischen Objekten, die Geschichten erzählen. Ulrike Spohn hat aus vollen und halb vollen Garnspulen, die sie in kleinen Kästchen anordnet, beinahe geometrisch strenge Objekt geschaffen. In Eva Stotz’ dreiteiliger Arbeit „Etwas drunter“ finden sich wirklich feine Stoffreste unter der Acrylmalerei. Die Collage-Elemente in Annegret Schraders Porträt der Herner Künstlerin Margarete Urankar sieht man erst auf den zweiten Blick. Hier strukturieren feine Fäden die einzelnen Bildformen.

Nur einer folgt dem Trend nicht. Rolf Pötter ist sonst auch eher mit Collagen aus Papier und Holz vertreten. In diesem Jahr stellt er ein großformatiges Acrylbild aus. Es zeigt einen Blick aus dem Fenster auf Häuser, die er mit pastos aufgetragenen Farben dick auf die Leinwand gespachtelt hat. Heidrun Motyll hat in der Renaturierung der Emscher ein aktuelles Bildthema gefunden. Ihre Werke zeigen den Umbau der Landschaft, den man überall entlang des Flusses beobachten kann.

Es gibt auch in diesem Jahr einige neue Mitglieder. Eine ist Annika Nimz. Die junge Illustratorin hat schon zweimal den Sonderpreis der Europäischen Jugendkunstausstellung gewonnen. Ihre Aquarelle wirken auf den ersten Blick ein wenig romantisch verspielt oder fast kitschig. Aber sie sind alles andere als das. Erst auf den zweiten Blick erkennt man zwischen der alten Kamera oder dem Grammophon einen Totenkopf oder eine Saurierskelett. Und sofort stellen sich Fragen nach der Vergänglichkeit, die durch die technisch ein wenig überholten Dinge symbolisiert werden.

Lockere Hängung

Auch in diesem Jahr hat eine vereinsinterne Jury über die Auswahl der Werke entschieden. Da ist manch eingereichtes Bild auf der Strecke geblieben. „Wir wollten eine stimmige Ausstellung schaffen“, erklärt Edelgard Sprengel für die Jury. „Und da ist schon manches herausgefallen.“ Das hat der Ausstellung sichtlich gut getan. Die lockere Hängung schafft viel Platz für die einzelnen Werke, und es ist ein Genuss, die neueren Bilder des Herner Künstlerbunds zu betrachten.

Die Jahresausstellung des Herner Künstlerbundes wird heute um 15.30 Uhr im Herner Rathaus eröffnet.

Zur Begrüßung spricht Oberbürgermeister Frank Dudda. Die Vorsitzende des HKB, Annegret Schrader, führt in die Ausstellung ein.

Zu sehen sind bis 31. Januar 58 Arbeiten von 28 Künstlerinnen und Künstlern, die in den letzten beiden Jahren entstanden sind.

 
 

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