Herner Kleingartenverein Sorgenfrei holt Goldmedaille im Bundeswettbewerb

Die Jury des Bundeswettbewerbs Gärten im Städtebau besichtigt den KGV Sorgenfrei in Herne.
Die Jury des Bundeswettbewerbs Gärten im Städtebau besichtigt den KGV Sorgenfrei in Herne.
Foto: Thomas Goedde
Goldmedaille für Herne-Wanne: Die Mitglieder des Kleingartenvereins "Sorgenfrei" haben beim Bundeswettbewerb „Gärten im Städtebau“ den ersten Platz belegt. Das gesellschaftspolitische Engagement der Mitglieder überzeugte die Jury. In Wanne werde Integration gelebt.

Herne. Kleingärten sind nicht nur die grünen Balkone vieler Stadtmenschen, sondern behandeln auch gesellschaftspolitische Probleme, meint Dieter Claar, Vorsitzender des Stadtverbands der Gartenfreunde Herne. Integrative und generationsübergreifende Projekte stehen in vielen Kleingartenvereinen (KGV) hoch im Kurs. Der KGV Sorgenfrei in Wanne wurde am Sonntag für sein Engagement mit einer Goldmedaille beim Bundeswettbewerb „Gärten im Städtebau“ ausgezeichnet, den der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG) und das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) alle vier Jahre auslobt.

„Natürlich müssen auch die Gärten stimmen“, erklärt Dieter Claar, Vorsitzender des Stadtverbands der Gartenfreunde Herne. Heißt: sauberes, gepflegtes Erscheinungsbild und eine gute Mischung aus Zier- und Nutzgarten. Ausschlaggebend für die Ehrung sei jedoch das soziale und ökologische Engagement des Vereins für die Stadt gewesen. Hans-Peter Müller, Vorsitzender von Sorgenfrei: „Wir arbeiten seit 30 Jahren mit der Behindertengruppe des Deutschen Roten Kreuzes zusammen.“ Regelmäßig ist sie zu Gast bei den Wanner Gärtnern. Kindergartenkindern erklärten sie außerdem gern verschiedene Pflanzen. Claar: „Kleingärten erhalten den Bezug der Stadtbevölkerung zur Natur und ihr Bewusstsein für ökologische Zusammenhänge.“

Integration am Gartenzaun

Bei dem Wettbewerb geht es um das „Wirken weit über den Gartenzaun hinaus“, heißt es in einer Pressemitteilung der dpa. „Einige unserer Mitglieder engagieren sich in den hiesigen Kirchengemeinden ehrenamtlich bei Seniorenfrühstücken und in der Kinderbetreuung“, erklärt Müller dazu.

Auch Integration wird in der Kleinkartenkolonie in Wanne gelebt. Müller: „30 Prozent unserer Mitglieder haben einen Migrationshintergrund, kommen unter anderem aus Polen, Kasachstan, Russland, Serbien und der Ukraine.“ Claar ergänzt dazu: „Integrationsprobleme müssen wir gar nicht diskutieren - wir wachsen alle immer mehr zusammen.“

"Wir sind offen für alle"

Dieses liberale Miteinander, auch der Generationen, ist es, was die Jury des Bundeswettbewerbs überzeugte. „Wir sind offen für alle“, betont Müller. In der Kleingartenanlage gibt es keine hohen Zäune: „Jedes Kind kann über die niedrigen Hecken in jede Parzelle gucken.“

Nachwuchssorgen habe der älteste Kleingartenverein in Herne - im März 2015 feiert er sein 100-jähriges Jubiläum - übrigens nicht. Im Gegenteil: Erst in diesem Jahr wurden vier der insgesamt 86 Parzellen auf junge Familien überschrieben. „Eine große Fluktuation haben wir aber nicht“, so Müller: „Wer hier eine Parzelle hat, behält sie auch so lange wie möglich.“

 
 

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