Herner Fußballvereine bauen Kunstrasenplatz in Eigenregie

Auslaufmodell Ascheplatz: Wie die Sportfreunde Wann will der VfB Börnig  seinen Tennenplatz (im Bild) durch einen Kunstrasen ersetzen.
Auslaufmodell Ascheplatz: Wie die Sportfreunde Wann will der VfB Börnig seinen Tennenplatz (im Bild) durch einen Kunstrasen ersetzen.
Foto: WAZ FotoPool
Der Rahmen steht: Als erste Herner Fußballvereine errichten VfB Börnig und Sportfreunde Wanne in Eigenverantwortung einen Kunstrasenplatz. Dafür gibt es Zuschüsse von der Stadt. Den Großteil der Kosten tragen die Clubs aber selbst. Im Frühjahr soll es losgehen.

Herne.  Premiere für Herne: Erstmals wollen Fußballvereine einen Kunstrasenplatz in Eigenverantwortung errichten. Im Frühjahr 2015 soll bei den Sportfreunden Wanne und beim VfB Börnig der erste Spatenstich für den jeweils rund 370 000 Euro teuren Umbau der bestehenden Ascheplätze erfolgen - vorausgesetzt der Rat gibt im Dezember grünes Licht.

Der Beschluss dürfte nach der gestrigen Sitzung des Sportausschusses nur noch Formsache sein: Nach nur neunminütiger Aussprache stellte sich das Gremium einstimmig hinter das neue Konzept ...

... das gar nicht so neu ist: in einigen anderen NRW-Städten sind Fußballvereine bereits vor Jahren zu Bauherren geworden und haben - nach unterschiedlichen Modellen - ihren Tennenplatz durch den vor allem bei der Jugend sehr beliebten Kunstrasen ersetzt. Die Gestaltung des Vertragswerks habe länger gedauert, so Stadtmitarbeiter Bernd Fischer. Es galt zu verhindern, dass Vereine in die Steuerfalle tappen und am Ende der Verlust der Gemeinnützigkeit droht. Das sei gelungen. „Wir hatten sehr gute Gespräche mit der Stadt“, lobt Markus Rohmann, Chef der Sportfreunde Wanne, die Zusammenarbeit.

Schon im Frühjahr, also noch in der laufenden Saison wollen die eng kooperierenden Vereine den Startschuss geben. Spiel- und Trainingsbetrieb sollen in der Bauphase auf andere Plätze verlagert werden.

Und so wollen die Sportfreunde und der VfB das ambitionierte Projekt schultern: Von der Stadt gibt es aus der Sportförderung einen einmaligen Zuschuss von jeweils 171 000 Euro. 100 000 Euro will jeder Vereine selbst zuschießen. Den Rest sollen die Clubs selbst tragen, unter anderem mit Unterstützung der NRW-Bank, die auch in anderen Städten beteiligt ist. Für die Dauer der Tilgung des über zehn Jahre laufenden Darlehens gibt es von der Stadt einen jährlichen Zuschuss von jeweils 6000 Euro. Auf Empfehlung der NRW-Bank soll der Pachtvertrag über zehn Jahre laufen.

Mahnung des Stadtsportbundes

SPD und CDU loben das Modell. „Es könnte richtungsweisend für Herne werden“, sagt Horst Severin, sportpolitischer Sprecher der CDU-Ratsfraktion. Der Stadtsportbund (SSB) warnt allerdings davor, in Zukunft ausschließlich auf dieses Konzept zu setzen. Es gebe Vereine, die nicht derart hohe Summen aufnehmen könnten, sagt SSB-Chef Hans-Peter Karpinski. Hier müsse weiterhin die Stadt als Bauträgerin eines Kunstrasenplatzes auftreten. In solchen Fällen wird es aber deutlich teuer, so lehrt die Erfahrung. Rund 600 000 Euro musste die Stadt bisher pro Feld veranschlagen.

 
 

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