Herner Firmen seit Tagen ohne Telefon und Internet - Klagen über hohe Verluste

Im Bereich dieser Baustelle in Herne wurden bei Bauarbeiten Telefonkabel durchtrennt.
Im Bereich dieser Baustelle in Herne wurden bei Bauarbeiten Telefonkabel durchtrennt.
Foto: WAZ FotoPool
Das Industriegebiet Dannekamp in Herne ist bereits seit Tagen ohne Telefon und Internet, nachdem bei Bauarbeiten zwei Hauptkabel durchtrennt wurden. Auch viele Privatwohnungen sind betroffen. Die Firmen klagen über hohe Verluste. Doch eine Ende der Störung ist nach Auskunft der Telekom nicht absehbar.

Herne. Bereits seit Dienstag vergangener Woche sind das Industriegebiet Dannekamp In Herne und viele Privatwohnungen ohne Telefon- und Internetverbindung. Wie viele Anschlüsse es genau sind oder welcher Umkreis betroffen ist, kann die Telekom nicht sagen, das lasse sich nicht nachvollziehen. Und ein Ende der Störung ist nicht abzusehen.

Reparatur nur mit Spezialgerät

Bei Bauarbeiten von Straßen NRW an der A42 wurden beim Ausheben eines Schachtes für einen Befestigungspfeiler zwei Hauptkabel durchtrennt. Der Landesbetrieb nahm bis Redaktionsschluss keine Stellung. Da die Kabel in sieben Metern Tiefe liegen, ist für die Reparatur Spezialgerät erforderlich, das erst mit einem Schwertransporter hergeholt werden muss. Dafür sei eine Genehmigung nötig, die erst eingeholt werden muss, deshalb könne man nicht sagen, wann das Netz wieder hergestellt werden kann. Eine Überbrückung sei auch nicht möglich, heißt es bei der Telekom. Eine Rufumleitung wird empfohlen. Man „arbeite auf Hochtouren“.

„Wir haben durch den Ausfall bisher Verluste in Höhe von rund 50.000 Euro gemacht“, sagt Gisbert Bröker, Geschäftsführer der Lichtmanufaktur Delight, „das kann ich so nicht hinnehmen.“ Bei Planeta, einer Hebetechnik-Firma, beziffert man die Verluste auf gleich 100.000 Euro. „Unsere Kunden sind sehr verärgert, und neue Anfragen bleiben aus“, sagt Geschäftsführer Christian Klawitter, „Zum Faxen müssen wir jedes Mal zu unserer Privatadresse nach Witten fahren.“

Mobilfunknetz der wachsenden Belastung nicht gewachsen

Wie viele andere im Gewerbegebiet hat Frank Dilchert, Geschäftsführer der Fleischerei, eine Rufumleitung auf sein Handy schalten lassen. „Aber das Mobilfunknetz bricht wegen der Mehrbelastung regelmäßig zusammen, weil es darauf einfach nicht ausgelegt ist“, sagt Dilchert. Auch EC-Kartenzahlungen sind im Gewerbegebiet - etwa an der Tankstelle Klaeser und beim Aldi-Markt - nicht möglich. „Wir wickeln unseren gesamten Versand übers Internet ab“, sagt Elke Kissinger von Sherwood Bogensport, „einige Kunden haben schon gefragt, ob wir zugemacht haben.“