Herner Eisenmann dreht am Spendenrad

Udo Förster vom Team Camerone e.V, er plant ein Charity Radrennen
Udo Förster vom Team Camerone e.V, er plant ein Charity Radrennen
Foto: Haenisch / waz fotopool
Udo Förster ist Sportler. Er rennt und fährt was das Zeug hergibt. Mit seinem Team Camerone setzt er auf Charity-Veranstaltungen - und sucht Sponsoren, um bedürftigen Menschen zu helfen.

Herne..  Der Mann ist Extremsportler, Vielstarter bei Wettbewerben, Marathon-Mann – im Hauptberuf HCR-Busfahrer: Udo Förster sucht die Herausforderung. Immer. Jetzt hat er sein Team Camerone zusammengestellt, eine Truppe Gleichgesinnter, die zu Sport-Aktivitäten aufrufen, an ihnen teilnehmen und auf Spenden von Sponsoren setzen, um Bedürftigen zu helfen.

„Wir wollen Charity machen“, sagt der durchtrainierte Herner und setzt dabei auf sein siebenköpfiges Team, das bei seinen Ideen begeistert mitzieht. Geplant ist die Teilnahme beim nächsten 24-Stunden-Radrennen am Nürburgring, genannt die grüne Hölle. Als Charity-Team wollen die Herner für den guten Zweck dabei sein.

„Ziel ist es, für jeden Kilometer und auch Höhenmeter, der mit dem Rad gefahren wird, Sponsoren zu finden, damit ein Projekt in Herne unterstützt wird.“ Die Strecke ist nicht ohne, sie ermöglicht steile Abfahrten mit bis zu 100 Kilometern pro Stunde, aber auch steile Anstiege mit bis zu 18 Prozent zur sogenannten Hohen Acht hinauf. Insgesamt wollen die Cameroner als Einzel- oder als Teamfahrer rund 650 Kilometer zurück legen.

Die grüne Hölle im Nacken

Udo Förster ist die Strecke schon abgefahren und zieht den Hut: „Der anspruchsvolle Kurs, das unbeständige Eifel-Wetter und die Länge sind schon eine große Anstrengung.“ Die größte Gefahr sieht Förster, wenn man sich zu sicher fühlt. Nachlassende Konzentration und Müdigkeit in der Nacht können zudem für schwere Fehler mit schlimmen Folgen sorgen. Doch gemach, die Truppe hat sich nicht umsonst nach einer legendären Schlacht zwischen Fremdenlegionären und Soldaten im mexikanischen Camerone benannt – weniger als 60 Mann standen damals gegen eine Armee.

Die meisten Teammitglieder laufen den Ultra-Marathon, haben Ironman-Erfahrung. So wie Förster. Der hat sich sogar dem „ganz harten Ding“, dem „Tough Guy“ in Großbritannien gestellt. Da geht es durchs Eiswasser, Röhren, Schlamm ohne Ende - und zwischendurch riskieren die harten Jungs noch ein paar Stromschläge. „So etwas wäre hier gar nicht erlaubt.“

Doch Förster kann auch etwas ziviler – also was er so zivil nennt. Da wären der Unter-Tage-Marathon in einem Salzbergwerk, Ultra-Läufe mit einer 100-Kilometer-Distanz, Gebirgsmarathon sowie 24-Stunden-Läufe. Seinen ersten Marathon lief er 1987 in 3 Stunden und 38 Minuten: „ohne Training“. Zwei Jahre später war er bei zwei Stunden und 53 Minuten. Und? „Das macht mir eben Spaß.“ Für ihn ist der Sport eine Herausforderung, „die ich brauche“, „ein „Ausgleich zur Arbeit hinterm Buslenker“.

Menschen helfen, die nicht im Sonnenlicht stehen

Mit dem fürs nächste Jahr geplanten Charity-Lauf – „Sponsoren benötigen den Vorlauf für ihre Planung.“ – will er „den Menschen etwas geben, die nicht im Sonnenlicht stehen“. Dafür setzen er und sein Team sich gerne ein. Bei Widrigkeiten aufgeben, das kommt für ihn, der trotzdem seine Grenzen gut kennt, nicht in Frage. Das Mentale sei extrem wichtig, sagt der Eisenmann ernst. „Alles entscheidet sich zwischen den Ohren.“ Im Übrigen helfe es enorm, wenn man durch sportliche Aktivitäten stärker wird. „Der Alltag ist leichter zu schaffen“, sagt der Vater zweier erwachsener Kinder, der sich als einen „positiven, zufriedenen Menschen“ bezeichnet. Dabei will der Eisenmann gar nicht der Erste sein, setzt vielmehr auf „Zusammenhalt und nicht auf den Superstar“.

Und hat eigentlich nur ein Problem: Es wäre blöd, wenn der Charity-Termin am Nürburgring in die Cranger-Kirmes-Woche fiele, denn vier Starter sind bei der HCR als Busfahrer beschäftigt. „Aber bis jetzt hat die HCR mich immer unterstützt“, hofft Udo Förster.

Idee: Parkhaus-Run in der City

Udo Förster hat schon weitere Pläne, setzt auf Charity-Läufe für den guten Zweck in Herne. Er könnte sich einen „Music und Run“ auf einem Sportplatz vorstellen, wo die Läufer ihren Musikwunsch äußern. Zielgruppe sei durchaus „die Hausfrau von nebenan“. Ein Kracher wäre für ihn ein „Parkhaus-Run“ in der City, vielleicht an der Sparkasse. Udo Förster: „Verrücktes zieht immer, da wäre die Hütte voll.“


Wer als Firma oder Privatmann das Charity-Team Camerone beim Radrennen auf dem Nürburgring – die grüne Hölle – für den guten Zweck unterstützen will, kann sich per Mail an Udo Förster wenden: udo.foerster@teamcamerone.de.

 
 

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