Herner bestellen ihre Pizza gern per App

Redouan El-Abbas, Gastronom It’s Pizza Time, mit einer seiner frischen Pizzen. Der Pizzaservice in Eickel nimmt über verschiedene Online-Plattformen Bestellungen entgegen und liefert sie aus.
Redouan El-Abbas, Gastronom It’s Pizza Time, mit einer seiner frischen Pizzen. Der Pizzaservice in Eickel nimmt über verschiedene Online-Plattformen Bestellungen entgegen und liefert sie aus.
Foto: FUNKE Foto Services
Bei der Herner Pizzeria „It’s Pizza Time“ kann man nicht nur telefonisch bestellen, sondern auch via Lieferdienst per App. Der Service kommt gut an.

Herne.. Die Pizzeria von Redovan El-Abbas, „It’s Pizza Time“, wirkt auf den ersten Blick technisch gut ausgestattet. In einer Ecke der Küche stehen neben einem Telefon und Computer, auch ein Faxgerät, Bondrucker und ein iPad. Über all diese Kanäle empfangen El-Abbas und seine Mitarbeiter Bestellungen, erklärt er. Denn: Das Geschäft mit dem Lieferservice boomt – und geht mit der Zeit. Bereits seit einigen Jahren expandieren Online-Bestellportale. Mit nur wenigen Klicks können auch Herner Kunden sich die Fastfood-Gerichte ihrer Wahl bringen lassen.

Die wenigsten Kunden kämen noch persönlich in die Pizzeria an der Eickeler Straße, um zu bestellen. Unwesentlich mehr würden noch zum Hörer greifen. El-Abbas macht nach eigenen Angaben gut 90 Prozent seines Umsatzes über Online-Bestellportale wie Lieferheld, Lieferando oder Pizza.de. Die WAZ hat den Gastronomen gefragt: Wie funktioniert dieses System eigentlich?

Keine Aufnahmebedingungen

„Vor fünf, sechs Jahren kam Pizza.de auf uns zu und hat eine Kooperation angeboten“, erinnert er sich. Der Deal: Der Lieferdienst wird zusammen mit vielen weiteren auf einer Internetseite gelistet. Kunden können dort ihre Adresse eingeben und aus allen Restaurants in der Umgebung das passende Angebot aussuchen. Mittels einer iPad-App, Bon oder Fax geht die Bestellung bei „It’s Pizza Time“ ein, wird bearbeitet und ausgeliefert. Die Bezahlung des Essens erfolgt online oder bar an den Lieferanten.

Gibt es für Unternehmen einen Haken an der Sache? „Nein“, meint Redovan El-Abbas. Die rund 15 Prozent Provision, die er an die Bestellportale zahle, würden sich lohnen. „Die Masse macht’s“, sagt der 38-Jährige. Trotz ausbleibender Gewinnmaximierung – „das Bestellverhalten hat sich nur geändert“ – biete er den Kunden diesen Online-Service gerne an.

Seine Stammkunden wüssten ihn zu schätzen, neue würden durch die Suchfunktion der Portale auf ihn aufmerksam. „Außerdem bekommen sie von den Internetseiten ab und zu Gutscheine. Die kommen natürlich auch gut an.“

Kooperation mit mehreren Anbietern

Um das volle Potenzial des Kundenservice durch die Internetdienste zu nutzen, kooperiere El-Abbas gleich mit diversen Anbietern. „Das machen fast alle“, meint er. Kaum ein Herner Schnellrestaurant lasse sich die Chance entgehen. Genaue Zahlen wollten auf Anfrage weder Lieferando noch Lieferheld oder Pizza.de machen. Die Recherche zeigt jedoch: Kaum eine Pizzeria oder Frittenbude ist nicht gelistet. Nora Voß, Pressesprecherin der Firma Delivery­hero, zu der auch Lieferheld und Pizza.de gehören, teilt auf Anfrage lediglich mit, bundesweit verzeichneten die Marken „mehr als 8000 Restaurants“.

Spezielle Aufnahmebedingungen gebe es dafür keine, denn: „Wir verfolgen den Grundsatz, dass wir unseren Kunden ein breites Spektrum und eine große Vielfalt an Lieferdiensten und guter Qualität bieten wollen.“ Ein Team aus Gastroexperten und Logistik-Fachleuten kontrolliere dafür „kontinuierlich Kundenbewertungen und Abläufe“. Für El-Abbas funktioniert das Konzept – und für seine Kunden offenbar auch.

 
 

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