Herner Arbeitslose können Klartext mit der Agentur sprechen

In großer Runde möcht die Agentur für Arbeit mit erwerbslosen Menschen sprechen.
In großer Runde möcht die Agentur für Arbeit mit erwerbslosen Menschen sprechen.
Foto: dpa
Arbeitslose können am 11. März Klartext sprechen. An diesem Tag laden Arbeitsagentur und Jobcenter Erwerbslose zur offenen Diskussion.

Herne.  In der öffentlichen Diskussion wird im Allgemeinen über Arbeitslose gesprochen. Die Agentur für Arbeit Herne/Bochum und das Jobcenter möchten mit den Menschen, die keine Beschäftigung haben, ins Gespräch kommen. Deshalb startet sie am Freitag, 11. März, ein Pilotprojekt:

Sie lädt Arbeitslose ein, Klartext mit Vertretern von Agentur und Jobcenter, aber auch aus Politik und Wirtschaft zu sprechen - offen, frei und ungeschminkt. Agenturleiter Luidger Wolterhoff: „Wir müssen in allen Bereichen die Anzahl arbeitsloser Menschen reduzieren und sollten dabei auch neue Weg probieren zu gehen. Weder junge Menschen, Ältere oder geflüchtete Menschen sollten langfristig mit Arbeitslosigkeit konfrontiert werden. Kein Mensch ist freiwillig arbeitslos“. Woran liegt es also, dass so viele Bürgerinnen und Bürger keine auskömmliche Arbeit finden und zur gleichen Zeit zahlreiche Arbeitsplätze unbesetzt bleiben?

Die Teilnehmer sollen schildern, wie sie ihre eigene Situation wahrnehmen und anschließend Veränderungswünsche äußern. Dazu werden in der Lounge des Bochumer Ruhrstadions (Castroper Straße 145) acht Themeninseln gebildet, an denen diskutiert werden kann. Wolterhoff: „Auf diese Weise kommen vielleicht andere Dinge zum Vorschein als im Kreis der Verantwortlichen.“ Durch den Blickwinkel der Betroffenen könnten sich neue Ansätze zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ergeben.

Offenbar scheint das Interesse auf Seiten der Betroffenen vorhanden. Laut Wolterhoff liegen bereits rund 130 Anmeldungen vor, weitere seien möglich.

„Das ist ein echtes Experiment“, zeigt sich Wolterhoff gespannt über den Verlauf. Diese Art des Dialogs sei in Nordrhein-Westfalen ein Novum, womöglich auch bundesweit. Bei einem Erfolg könne es durchaus Nachahmer in anderen Agenturbezirken geben, Interesse sei bereits signalisiert worden.

Lage auf dem Herner Arbeitsmarkt war im Februar robust

Die Lage auf dem Herner Arbeitsmarkt hat sich im Februar leicht verbessert. Zwar weise die Reduzierung der Arbeitslosenzahlen keine große Veränderung aus, sie sei aber für einen Februar, in der die Anzahl arbeitsloser Menschen eher steigt, erfreulich, so Agenturleiter Luidger Wolterhoff. Darüber hinaus fiele im Februar eine erhöhte Anzahl jugendliche Arbeitslose ins Gewicht. Das Beenden zweieinhalbjähriger und dreieinhalbjähriger Ausbildungen zum Jahresabschluss schlage erst jetzt statistisch zu Buche. Im Februar zählte die Agentur für Arbeit 10 007 (13,1 Prozent) arbeitslos gemeldete Personen. Das sind gegenüber Januar 28 Personen oder 0,3 Prozent weniger. Eine deutliche Verbesserung zeigt sich im Vergleich zum Vorjahr. Januar 2015 lag die Zahl der Arbeitslosen um 325 Personen oder 3,1 Prozent darüber. Etwa ein Drittel aller Arbeitslosen ist über 50 Jahre. Gut neun Prozent aller Arbeitslosen ist noch keine 25 Jahre alt. Laut Wolterhoff zeige sich der Arbeitsmarkt robust. Die Entwicklung der Stellenzugänge sei für einen Februar positiv.

 
 

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