Herne winkt Sitz von Forschungsinstitut „Ruhr Valley“

Michael Muscheid
Könnte Sitz des Forschungsinstituts „Ruhr Valley“ werden: die Akademie Mont Cenis in Herne.
Könnte Sitz des Forschungsinstituts „Ruhr Valley“ werden: die Akademie Mont Cenis in Herne.
Foto: WAZ FotoPool / Olaf Ziegler
Herne winkt der Sitz von „Ruhr Valley“, einem Forschungsinstitut für die Mobilität und Energieversorgung von morgen. Standort wäre die Akademie.

Herne könnte ab Herbst Sitz des Forschungsinstituts „Ruhr Valley“ werden. Das sagte OB Frank Dudda im Gespräch mit der WAZ. Erhalten die Fachhochschulen Bochum und Dortmund sowie die Westfälische Hochschule in Gelsenkirchen den Zuschlag bei einer Millionen-Euro-Initiative des Bundes, dann soll das gemeinsame Prestigeprojekt der drei Hochschulen in dieser Stadt aufgebaut werden. Der Oberbürgermeister rechnet sich bei dem Standort-Wettbewerb „gute Chancen“ aus. Käme Herne zum Zuge, wäre das „ein Hammer“, betonte er.

Zum Hintergrund: „Starke Fachhochschulen – Impuls für die Region“ heißt die Initiative des Bundes, an der sich zahlreiche Fachhochschulen in Deutschland beteiligen wollen. Ziel ist es, regionale Forschungs- und Innovationspartnerschaften mit der Wirtschaft strategisch zu verknüpfen. Bis zum Sommer werden zehn Hochschulprojekte ausgewählt, sie erhalten zusammen Fördergelder von 100 Millionen Euro über einen Zeitraum von bis zu acht Jahren.

Enorme Strahlkraft

Die Fachhochschulen aus Bochum, Gelsenkirchen und Dortmund haben es nun unter die letzten 20 geschafft. Erfolgreich war der Verbund mit dem Konzept „Ruhr Valley – Mobility and Energy for Metropolitan Change“. Dabei geht es um die Sicherheit, den Wandel und die Vernetzung von Mobilität und Energieversorgung im Metropolmaßstab. Diese Themen sollen an dem neuen Institut hochschul- und disziplinübergreifend erforscht und gelöst werden. Herne würde ein Aushängeschild mit enormer Strahlkraft erhalten, meint Dudda: „Wir hätten einen internationalen Forschungsschwerpunkt der Spitzenklasse.“ Voraussetzung für das Projekt sei auch der Zuschlag für Herne als „Innovation City“. Beide Zukunftsfelder sollen verknüpft werden.

Sitz von „Ruhr Valley“ soll zunächst die Akademie Mont-Cenis in Sodingen werden, so der OB. Bis zu fünf Wissenschaftler sollen dort etwa das Auto fahren von morgen entwickeln und dafür Prototypen bauen. Ins Leben gerufen werden soll dafür zudem eine Stiftungsprofessur. Herne, so der OB weiter, wolle mit Hilfe des Landes die Anschubfinanzierung sicherstellen. Um das ganze Projekt realisieren zu können, will Dudda die Lokalpolitik ins Boot holen.

Und so geht es weiter: Bis Ende Mai haben die Finalisten der Fördermaßnahme „FH-Impuls“ nun Zeit, ein detailliertes Konzept für ihre Forschungspartnerschaft vorzulegen. Im Sommer sollen dann die Sieger gekürt werden.