Herne nun offiziell fußgänger- und fahrradfreundliche Stadt

Dominik Loth
Ulrich Syberg (ADFC,l.) Margarete Scheit (Stadtplanerin) und Stefan Behrens (Stadtplaner) enthüllten das erste Schild.
Ulrich Syberg (ADFC,l.) Margarete Scheit (Stadtplanerin) und Stefan Behrens (Stadtplaner) enthüllten das erste Schild.
Foto: Funke Foto Services
Erstes Schild hängt an der Kanalbrücke Bahnhofstraße. Weitere sechs sollen im gesamten Stadtgebiet hinzukommen.

Herne.  Ein Schild mit der Aufschrift „Fußgänger und -fahrradfreundliche Stadt in NRW“ hängt seit Donnerstag an der Kanalbrücke Bahnhofstraße. Insgesamt sieben davon werden in Zukunft an den Herner Stadtgrenzen stehen. „Das ist die Bestätigung dafür, dass wir eine fahrradfreundliche Stadt sind“, sagt Thorsten Semmelmann, Radverkehrs-Beauftragter der Stadt Herne.

Seit dem Jahr 2001 kümmert sich eine Projektgruppe, die sich aus Mitgliedern der Polizei, der Stadtverwaltung und der Politik zusammensetzt, um das Fahrrad-Klima in Herne. 2007 wurde die Stadt in die „Arbeitsgemeinschaft Fußgänger und fahrradfreundliche Städte, Gemeinden und Kreise in NRW“, kurz AGFS, aufgenommen. Das Gremium, sagt Semmelmann, eröffne etwa Einbahnstraßen für Radfahrer, schließe Lücken im Wegenetz und verbessere insgesamt die Infrastruktur. Seitdem das Gremium die Arbeit aufgenommen habe, sei „Herne kontinuierlich besser geworden“, sagt Semmelmann.

Radfahren attraktiv gestalten

„Das Fahrrad ist nicht mehr nur ein Freizeitrad, sondern auch ein Alltagsrad“, sagt Verkehrsdezernent Karlheinz Friedrichs. Für Pendler, die mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, müsse die Infrastruktur ausgebessert werden, damit, so Friedrichs, immer mehr Menschen auf das Auto verzichten und das Fahrrad nutzen. Aktuell habe die Stadt die Förderzusage bekommen, einen weiteren Radweg auf der Sodinger Straße zu schaffen.

Bei der Enthüllung des Straßenschildes war auch Ulrich Syberg, Stadtverordneter der SPD und Bundesvorsitzender des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub) anwesend. „Wir werden eine ganz andere Mobilitätskultur bekommen. Das Auto wird out sein, das Fahrrad in“, blickt Syberg in die Zukunft. „Jetzt ist die Frage: Wie reagiert die Politik darauf?“ Zwar sei schon viel getan worden, aber es liege auch noch ein Stück Arbeit vor Herne.

„Es wird in Zukunft wichtig sein, dass man die Randgruppen angeht. Man muss die älteren und die jüngeren Menschen in den Fokus nehmen.“ Das gerade sehr beliebte Pedelec, ein elektrisch unterstütztes Fahrrad, beanspruche beispielsweise mehr Platz. Darauf müssten Antworten gefunden werden. Außerdem müssten mehr Kinder unterwegs sein: „Wenn Kinder nicht alleine mit dem Fahrrad zur Schule fahren, ist etwas nicht in Ordnung.“