Herne erhält schnelleres Internet

Eine zweistellige Millionensumme will die Telekom in Herne investieren. Der Netzausbau soll im März 2014 beginnen und spätestens 2017 abgeschlossen sein.
Eine zweistellige Millionensumme will die Telekom in Herne investieren. Der Netzausbau soll im März 2014 beginnen und spätestens 2017 abgeschlossen sein.
Foto: dpa
Telekom will die Breitbandversorgung bis Anfang 2015 in Alt-Herne und bis 2017 in Wanne-Eickel ausbauen. Auch in den Randbezirken der Stadt soll es künftig „deutliche Verbesserungen“ geben, kündigte das Unternehmen an.

Herne.  Mit einer frohen Botschaft kamen Vertreter der Deutschen Telekom am Dienstag ins Rathaus: Durch den Ausbau der Breitbandversorgung sollen Herner schon bald in den Genuss deutlich schnellerer Internetverbindungen kommen. Das sieht eine Absichtserklärung vor, die die Telekom und die Verwaltung gestern unterzeichnet haben. Herne sei damit eine der ersten größeren Städte in NRW, in der die Telekom ihre bundesweite Breitbandoffensive umsetze, so das Signal.

Die wichtigsten Eckdaten: Ab März 2014 soll der Ausbau des Netzbereichs Alt-Herne (02323) durch die technische Aufrüstung von rund 140 Verteilerschränken und das Verlegen von Glasfaserleitungen umgesetzt werden. Ende 2014/Anfang 2015 sollen Bürgern bei Bedarf im Internet bis zu 100 Megabit pro Sekunde (Mbit) zur Verfügung stehen. In Wanne-Eickel (Netzbereich 02325) soll die neue VDSL-Technik dann ab 2016/2017 nutzbar sein.

„Für die Stadtentwicklung ist die Breitbandversorgung sehr wichtig. Das ist ein ganz zentraler Standortvorteil“, sagt Stadtdirektor Hans Werner Klee. Und warum kommt Herne früher an die Reihe als viele andere Kommunen? Weil die Stadt nicht zuletzt wegen ihrer Bevölkerungsdichte besonders gute Bedingungen biete, sagt Frank Neiling, Telekom-Ansprechpartner für Kommunen in NRW.

Ursprünglich sollte Wanne-Eickel sogar noch deutlich später zum Zuge kommen als 2017. Erst eine Intervention der Stadt sorgte für ein Umdenken bei der Telekom. Bei Frank Neiling rannte die Verwaltung offene Türen ein: „Ich kenne die Befindlichkeiten in der Stadt“, sagt der gebürtige Herner, der noch immer einen Zweitwohnsitz auf der Bochumer Straße hat.

Rund 90 Prozent aller 78 000 Herner Haushalte sollen künftig eine Internetgeschwindigkeit von 100 Mbit erreichen können, so das Ziel. Doch auch in den problematischen Randbereichen der Stadt, wo zurzeit zahlreiche Bürger über zu langsames Internet klagen (siehe Bericht rechts), werde man künftig auf circa 25 Mbit kommen, so Neiling. „Das ist eine wesentliche Verbesserung.“ Zurzeit werde dort teilweise nur 1 Mbit erreicht.

Die kompletten Kosten für den Ausbau des Herner Netzes - „eine zweistellige Millionensumme“ - trägt die Telekom. Das Unternehmen will in den nächsten Jahren zwölf Milliarden Euro in die Breitbandoffensive investieren. Frank Neiling kündigte zudem an, dass auch die schnelle Mobilfunktechnik LTE in Herne weiter verbessert werden soll.

Lob aus der Bürgerschaft

Eine kleine, aber lautstarke Protestbewegung formierte sich im September 2012 in Herne nach einem WAZ-Bericht. Die zunächst vom Holthauser Frank Steiner und dann auch von anderen Bürgern aus „Randbereichen“ der Stadt formulierte Forderung: Ein schnellerer Internetanschluss muss her.

Den soll es nun geben. „Eine gute Nachricht“, sagt Harald Beisemann. Der Holthauser hatte mit Frank Steiner, Thomas Hartmann sowie weiteren Bürgern die Debatte so richtig ins Rollen gebracht. Dabei wurden u.a. auch Unterschriften gesammelt und der Stadt übergeben.

Zwar sei der Ausbau Teil einer bundesweiten Offensive, so Beisemann. Doch es sei sehr schön, dass Herne endlich einmal vorrangig bedient werde. Dies sei auch ein Verdienst „der konstruktiven Berichterstattung der WAZ“ sowie der SPD, die sich tatkräftig für die Sache der Bürger engagiert habe. Wie berichtet, hatte die SPD einen „Runden Tisch“ eingerichtet, an dem u.a. auch mit der Telekom diskutiert wurde. Und: Auf Druck aus der Politik richtete die Stadt die Stelle eines Breitbandbeauftragten ein. Dessen Arbeit sei mit der Telekom-Offensive aber nicht beendet, so Stadtdirektor Klee.

 
 

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